Wenn im fiktionalen Fernsehen Philosophen auftauchen, handelt es sich meist um desillusionierte Menschenfeinde, die viel grübeln, zur lebendigen Wirklichkeit aber keinen Bezug haben. Ihre oberen und unteren Gemütskräfte, so hätte es die Aufklärung ausgedrückt, stehen in keiner Beziehung zueinander. Sie müssen im Verlauf solcher Filme, schematisch gesagt, die Ganzheitlichkeit ihres Menschseins begreifen. Solche TV-Philosophen (Philosophinnen gibt es hier nicht) sollen dem Publikum wohl vor Augen führen, dass gründliches Denken insbesondere bei Männern schadet und auf Kosten des guten Lebens geht. Günther Maria Halmer ist ein Schauspieler, der im Alter diesen Typus par excellence verkörpern kann, gerade gezeigt in Rainer Kaufmanns Seniorendrama „Trapps Sommer“, in dem eine junge, „unverbildete“ Haushaltshilfe dem depressiv verstimmten emeritierten Philosophen zeigt, wo es langgeht.