Wenn ein Film Menschen in ein Minenfeld schickt, kann er damit unterschiedliche Absichten verfolgen. In Frank Beyers „Karbid und Sauerampfer“ (1963) etwa verirrt sich Erwin Geschonneck ausgehungert in ein vermintes Waldstück – es ist Nachkriegszeit in Deutschland, und er hat zwischen den Kiefern Pilze erspäht. Die Minenwarnung erhält er erst, als er bereits mittendrin steht – man zittert mit ihm, hofft und muss lachen, weil Geschonneck nicht nur ein großer Charakterdarsteller war, sondern eben auch ein großes Talent für humoristische Untertöne im Mienenspiel hatte. Dem Publikum konnte er also vermitteln: Nur weil man sich in einem Minenfeld befindet, gibt man nicht auf, sondern nimmt seinen Mut zusammen und geht (so gut man kann) dem Leben entgegen. Auch in der Premierenvorstellung von „Sirāt“ entfuhr einigen im Publikum ein Lachen, als der Film seine Protagonisten in ein Minenfeld geraten ließ. Dieses Lachen war aber eins, das sich dem Körper entringt, wenn man kaum mehr erträgt, was sich da auf der Leinwand abspielt.
Kinofilm Sirat: Der Weg ist schrecklich, aber hat er ein Ziel?
Hier tanzt man auf einem Minenfeld. Der Kinofilm „Sirāt“ von Óliver Laxe zeigt, wie man auf der Suche nach etwas viel mehr verliert als das Gesuchte.






