Anfang August kritisierte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi mal wieder Israel, wie so oft in den vergangenen Monaten. Nur war seine Kritik dieses Mal noch schärfer als sonst. Er warf Israel direkt einen Genozid vor. Und fuhr fort: „Die Geschichte wird lange über diesen Moment nachdenken und viele Länder für ihre Haltung zum Gaza-Krieg zur Rechenschaft ziehen. Das globale Gewissen der Menschheit wird nicht für immer schweigen“, fuhr al-Sisi fort.
Zwei Tage später unterzeichnete seine Regierung einen Vertrag über den Import von Erdgas aus Israel, mit einem Volumen von 35 Milliarden US-Dollar. Es ist der größte Export in der Geschichte Israels. Das Abkommen läuft über die kommenden 15 Jahre und wird etwa 20 Prozent des ägyptischen Energiebedarfs abdecken. Das Land mit 120 Millionen Einwohnern erzeugt seinen Strom zu 83 Prozent aus Gaskraftwerken, fördert aber selbst nicht genug. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Stromausfällen.
Israel auf der anderen Seite hat kaum Exportmöglichkeiten für sein riesiges Leviathan-Gasfeld: Eine Anlage zur Verflüssigung gibt es nicht, die den Export per Schiff ermöglichen würde, Pipelines führen nur nach Jordanien und Ägypten.
Ein Exil-Aktivist beklagt eine „wirtschaftliche Beteiligung am Völkermord“










