Die Linien auf ihren Gemälden flossen, schwollen an und mäanderten an der Schnittstelle zwischen Surrealismus und Abstraktion, reich an rhythmischen, geschwungenen, biomorphen Figuren. Als die Britin Marjorie Watson-Williams 1926 nach Paris kam, änderte sie ihren Namen in Paule Vézelay, um mit dem männlichen Klang des Vornamens zu vermeiden, dass „diese Frage des Geschlechts in Diskussionen über meine Arbeit hineingezogen wird“. Im Atelier am Montparnasse wurde sie vom Aufbruch der Avantgarde mitgerissen, die in der Hauptstadt der Moderne die Seh­gewohnheiten herausforderte und Wege schuf, die Welt abstrakt darzustellen.