Eine neue Sandale, ein neues Skandalon. Ein Schuh von Adidas: der „Oaxaca Slip-On“. Aus Leder ist die Sandale oben, aus Gummi unten. Oben feingliedrig gestaltet aus schmalen, kunstvoll ineinander verflochtenen Riemchen. Das ist der Mexiko-Anteil am Schuh. Und unten? Die Sohle sieht aus, als sei man versehentlich barfuß in einen in der Sonne geschmolzenen Riesenklumpen Kaugummi gestiegen. Oben Mexiko, fein. Unten Adidas aus Herzogenaurach, klumpig.
Insgesamt könnte man, da der Designer Willy Chavarria aus den USA stammt und auch selbst mexikanische Wurzeln hat, von einer kühnen Fusion am Fuß sprechen. Ein Shopping-Hit wird das Ganze sowieso. Auch wenn der Adidas-Shop die Suche nach der Oaxaca-Sandale aktuell so beantwortet: „Wir konnten keine passenden Ergebnisse finden.“ Zum Trost wird einem eine Adilette in Rosa offeriert. Übrigens einer der meistgefakten Schuhe der Welt. Derzeit ist der Kultbadelatschen aus den Siebzigerjahren die unangefochtene Nr. 1 unter allen Fashion-Produkten auf Amazon.
Sneaker-Spezialist Fabrice Le Goff schreibt auf seiner Homepage euphorisch über den Oaxaca: Der Slipper sei „eine eindrucksvolle Hommage an die mexikanische Kultur, ebenso trendig wie historisch“. Der Schuh „ist sowohl in der Tradition verwurzelt als auch perfekt auf die moderne urbane Ästhetik abgestimmt“. Für die Urbanität ist offenbar der Kaugummi zuständig. So oder so geht es aber um den Vorwurf der „kulturellen Aneignung“. Wenn sie im Raum steht, ist immer Alarm.













