Klimawandel, Rente, Mietpreise, Krieg, Inflation und der Rechtsruck. Viele junge Menschen in Deutschland fühlen sich zu diesen Themen nicht gehört und machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Zeit zuzuhören und zu reden – nicht übereinander oder aneinander vorbei, sondern miteinander. Dafür tourt die überparteiliche Studenteninitiative Studopolis innerhalb von 16 Wochen durch alle Bundesländer. Woche elf, tief in Bayern.
Albert Preußen (links) und Emilia Schmucker von Studopolis führen Interviews auf dem CSD in Landsberg am Lech. Immer am Start: Mikro und Handykamera.
(Foto: Lena Hamel)
Emilia Schmucker zieht sich die blaue Kapuze ihres Pullis noch ein Stück tiefer ins Gesicht. Es regnet gerade kräftig. Eigentlich die beste Voraussetzung für einen Regenbogen. In Landsberg am Lech in Oberbayern sind an diesem Tag unverhältnismäßig viele zu sehen: auf Regenschirmen, Fahnen, Stickern, Rucksäcken und Netzstrumpfhosen. Die große Kreisstadt mit knapp 30 000 Einwohnern feiert ihren inzwischen dritten CSD.
Auf dem Weg dorthin zwängen sich August Spee und Schmucker zu zweit auf die Rückbank. Der Rest des Autos wird von Getränkekisten, Boxen mit Merchandising-Artikeln, White-Board-Tafeln, Schlafsachen, dreckigen Gummistiefeln und allerlei anderem Kram, verstaut in Kisten, eingenommen. Albert Preußen fährt. Immer. Er ist quasi der Kopf des Teams und Mitgründer von Studopolis. Der ehrenamtliche Job war seine gedankliche Flucht aus dem Jura-Studium.







