PfadnavigationHomePanorama„Monster von Amstetten“„Er hat diese Chance verdient“ – Anwältin fordert Entlassung von Josef FritzlVeröffentlicht am 11.08.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Anwältin von Josef Fritzl, dem „Monster von Amstetten“, fordert die Haftentlassung des 90-Jährigen. Er sei dement und stelle keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit dar. Fritzl hatte seine Tochter über Jahrzehnte hinweg eingesperrt und missbraucht.Josef Fritzl sperrte seine Tochter über Jahre im Keller ein und zeugte mit ihr sieben Kinder. Heute gilt der 90-Jährige laut Gutachten als dement und ungefährlich. Seine Anwältin setzt sich daher für seine frühzeitige Entlassung ein.1984 entführte er seine damals 18-jährige Tochter, sperrte sie in seinen schalldicht ausgekleideten Keller im österreichischen Amstetten. Er vergewaltigte sie, Elisabeth Fritzl, tausende Male. Sie gebar insgesamt sieben Kinder, von denen eines kurz nach der Geburt starb.Der Österreicher Josef Fritzl ging als „Das Monster von Amstetten“ in die Geschichte ein. Sein Doppelleben wurde am 26. April 2008 aufgedeckt, als die 19-jährige Kellerbewohnerin, geboren 1989, lebensbedrohlich erkrankte und Fritzl sie in ein Krankenhaus brachte. Fritzl erhielt im März 2009 eine lebenslange Haftstrafe.Im Mai 2024 genehmigte das Landesgericht Krems seinen Wechsel aus der geschlossenen psychiatrischen Abteilung des Maßnahmenvollzugs in den regulären Strafvollzug. Seitdem hofft er, entlassen zu werden.Wie der „Stern“ zuerst berichtete, erzählt seine Anwältin Astrid Wagner in ihrem Podcast „Plädoyer für Verbrecher“, dass sie erneut einen Antrag auf eine bedingte Entlassung für ihren Mandanten gestellt habe. Ein von einer Psychiaterin erstelltes Gutachten habe ergeben, dass der 90-Jährige „in keiner Weise noch gefährlich“ sei. Zudem habe ein „massiver Gefährlichkeitsabbau“ stattgefunden.Die Ärztin habe außerdem festgestellt, dass Fritzl an einer fortschreitenden Demenzerkrankung leide – ein Zustand, der laut Aussage der Anwältin auch für sie „bereits erkennbar“ sei. Die Krankheit habe zu einem „Umbau der Persönlichkeit“ geführt. Er sei „quasi ein anderer Mensch geworden“, und eine weitere Strafe mache „keinen Sinn mehr“. Darüber hinaus verhalte sich Fritzl im Gefängnis „vollkommen unaggressiv“.Er glaubt, dass er wahnsinnig beliebt istDurch seine Demenzerkrankung interagiere er mit seinem Fernseher und glaube etwa, dass ihm das Publikum im „Musikantenstadl“ oder auch Donald Trump zuwinke. Einmal habe er sogar berichtet, andere Insassen hätten ihm zugeprostet und sich mit ihm auf seine bevorstehende Freiheit gefreut. In seiner Vorstellung laufe sogar eine Fußballmannschaft zu seinen Ehren auf. „Er ist in dem Wahn, dass er wahnsinnig beliebt ist“, so Wagner.Lesen Sie auchGleichzeitig sei Fritzl in der Lage, den Krieg in der Ukraine sowie den Nahost-Konflikt realistisch einzuschätzen. Besonders belaste ihn dabei der Gedanke, „wie die Kinder dort leiden“, erklärt seine Anwältin.Sie fordert, dass Fritzl so bald wie möglich entlassen wird. Schließlich habe er schon 17 Jahre der ursprünglich verhängten 15 Jahre abgesessen. „Und weil es das Gesetz eben gibt. Und das Gesetz gilt für alle gleich“, argumentiert sie. „Ich denke, dass auch er ganz einfach diese Chance verdient hat“. Zudem würde er seine Taten bereuen, immer wieder „in Tränen ausbrechen“, wenn er darüber spreche, dass er „eben seine Familie zerstört hat“. Nach Einschätzung der Anwältin könnte es noch ein bis zwei Jahre dauern, bis Fritzl tatsächlich entlassen wird. Sie hofft, dass die Gesellschaft durch seine Freilassung „eine Möglichkeit haben wird, zu lernen, dass man auch verzeihen kann und dass ein Mensch sich einfach weiterentwickelt“. ly