Was uns verbindet und was uns trennt, so könnte man das Themenfeld beschreiben, in dem sich die französische Regisseurin Carine Tardieu mit ihren Filmen bewegt. Auf immer neue Weise kreist sie um Menschen, die bei der Krisenbewältigung ihren wahren Gefühlen auf die Spur kommen, um sie dann gegen gesellschaftlichen Druck zu verteidigen. Zuletzt in „Im Herzen jung“ war das eine attraktive Frau um die siebzig (Fanny Ardant), in einer Liebesgeschichte mit dem sehr viel jüngeren Arzt ihrer besten Freundin; und davor in „Eine bretonische Liebe“ ein Minenräumer, der zufällig erfährt, dass der Mann, den er für seinen Vater hielt, ihn nur adoptiert hatte; mit unerwarteten Auswirkungen auf eine gerade beginnende Liebesgeschichte. Solche komplizierten Beziehungen beobachtet Tardieu mit unaufgeregter Zärtlichkeit. Das gilt nun auch für ihre Verfilmung von Alice Ferneys Roman „L’intimité“.