Vor einer Woche hatte der Zulieferer Knorr-Bremse noch gemeldet, dass der Gewinn im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent auf eine knappe halbe Milliarde Euro gestiegen war. Die Auftragslage? Fast auf Rekordniveau. Nach Abzügen vor Steuern sei der Gewinn allerdings um 9,2 Prozent gesunken, und so greift der Konzern nun auf einen der Klassiker unter den Management-Entscheidungen zurück: Weniger Personal, um noch effizienter zu werden. So hat das Unternehmen bestätigt, im Zuge eines Strategieprogramms am Standort München etwa 200 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Zuvor hatte der Münchner Merkur darüber berichtet, dass Knorr-Bremse an mehreren deutschen Standorten mindestens 700 Stellen streichen wolle. Das wären dann immerhin 13 Prozent der deutschen Konzern-Jobs. Knorr-Bremse machte zuletzt mit weltweit 13 550 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 7,8 Milliarden Euro.
In einem Papier des Betriebsrats, das der SZ vorliegt, ist von 710 Arbeitsplätzen die Rede, die an verschiedenen Standorten in Deutschland abgebaut werden sollen. Demnach wären in München 200 Stellen im Railbereich, 55 im Nutzfahrzeugbereich und 115 in der IT betroffen, also insgesamt 370 Stellen. Ein großer Posten wäre auch die Verlagerung der Berliner Tochter Hasse & Wrede nach Tschechien, davon sollen 130 Menschen betroffen sein.






