PfadnavigationHomeRegionalesSachsen-AnhaltU-Ausschuss zum Anschlag sieht sich in Arbeit behindertVeröffentlicht am 08.08.2025Lesedauer: 4 MinutenIn Magdeburg war der Weihnachtsmarkt mit Betonelementen abgesperrt, durch eine Lücke fuhr der Attentäter am 20. Dezember 2024. (Archivbild)Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpaWie konnte der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt passieren? Der U-Ausschuss stößt wieder auf ein Zuständigkeiten-Wirrwarr. Während einige Zeugen bremsen, spricht eine Einsatzbeamtin offen.Im Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt sind erneut mangelnde Koordinierung und unklare Zuständigkeiten Thema gewesen. Zudem sehen sich die Abgeordneten in ihrer Arbeit behindert, weil wiederholt Zeugen nicht in öffentlicher Sitzung aussagen wollten. Zudem berichtete eine am Tatabend als Gruppenführerin eingesetzte Polizistin von ihrer Arbeit und ihren Erlebnissen.Zur Absicherung des Magdeburger Weihnachtsmarkts hätten aus Sicht der Stadt Polizeifahrzeuge in größeren Lücken zwischen Betonsperren stehen sollen. Sie seien fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts gewesen, berichtete der langjährige Ordnungsbeigeordnete der Stadt Magdeburg, Holger Platz, im Untersuchungsausschuss im Landtag in Magdeburg. Bis 2022 war er für die kommunale Sicherheit zuständig.Auch der aktuelle Ordnungsbeigeordnete Ronni Krug erklärte, er verstehe unter den vorgesehenen mobilen Sperren solche Polizeiwagen. In einer persönlichen Erklärung sagte er: «Es gibt einen Schuldigen in dieser ganzen Sache, und das ist der Täter.»Aber es gebe auch so etwas wie Verantwortung und die teilten sich aus seiner Sicht drei Institutionen: der Veranstalter, die Stadt und das Land in Form der Polizei. Es fehle immer noch an landesgesetzlichen Regelungen, die ausreichend Koordinierung böten.Unklare Zuständigkeiten sind eines der HauptproblemeIn einer Ausschusssitzung im Juni hatte die Polizei auf die Zuständigkeit des Veranstalters für den Schutz der Zufahrt verwiesen. Die Polizei hätte die Zuwege zum Magdeburger Weihnachtsmarkt mit mobilen Sperren nur geschlossen, wenn eine konkrete Gefahr bekannt gewesen wäre, erklärte eine Polizeibeamtin des Polizeireviers Magdeburg, die das Einsatzkonzept verfasst hatte. Voraussetzung wären demnach Hinweise auf eine geplante Tat in Magdeburg oder Angriffe in anderen Städten gewesen.Eine Polizistin entschied selbstständig über StandortEine 29 Jahre alte Polizistin der Landesbereitschaft berichtete, dass sie selbstständig entschieden habe, den Polizeitransporter am 20. Dezember nicht genau an den Punkt abzustellen, der in einer abgestimmten Karte eingezeichnet war. Ihr sei es angesichts der vielen Fußgänger nicht möglich erschienen, von dort aus rechtzeitig den vorgesehenen Punkt zu sperren, ohne Personen in Gefahr zu bringen. Zudem hätten die Abgase des Einsatzfahrzeugs zu Belästigungen geführt. Sie habe ihre Entscheidung auch nicht an Vorgesetzte gemeldet.