PfadnavigationHomePolitikDeutschlandUmfrageMehrheit der Deutschen begrüßt Rückzug von Brosius-Gersdorf – SPD und Union beschädigtVeröffentlicht am 08.08.2025Lesedauer: 3 MinutenNach dem Rückzug von Richterkandidatin Brosius-Gersdorf blickt Steffen Bilger (CDU) nach vorne: „Es wäre sicher gut, wenn wir es als Bundestag schaffen, dann auch schnell zur Wahl und zu einer Entscheidung zu kommen.“45 Prozent der Deutschen begrüßen laut einer Umfrage den Rückzug von Frauke Brosius-Gersdorf. Bei der Frage, welche Partei durch die gescheiterte Richterwahl am meisten Schaden genommen hat, gehen die Meinungen auseinander.Die Entscheidung von Frauke Brosius-Gersdorf, sich für die Wahl zur Verfassungsrichterin nicht mehr zur Verfügung zu stellen, begrüßen 45 Prozent der Deutschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von „Web.de“. 39 Prozent der Befragten erklärten, dass sie die Entscheidung der Juristin bedauern. 13 Prozent antworteten mit „weder noch“ und drei Prozent mit „weiß nicht“.Gemischter fallen derweil die Antworten bezüglich der Frage aus, welche der Koalitionsparteien durch die verschobene Verfassungsrichterwahl mehr Schaden genommen hat. 36 Prozent sehen dabei CDU und CSU als klaren Verlierer. Wobei 29 Prozent „eindeutig“ und sieben Prozent „eher“ dieser Meinung sind.Mit 31 Prozent am zweithäufigsten ist hingegen die Meinung vertreten, dass Union und SPD gleichermaßen durch die Affäre beschädigt wurden. Nur 27 Prozent sehen die SPD als Verlierer des Streits. Sechs Prozent zeigten sich angesichts der Frage unentschlossen. Für die repräsentative Umfrage wurden vom 7. August bis zum 8. August rund 2500 Bundesbürger online befragt. Das Ergebnis ist repräsentativ, der statistische Fehler beträgt 3,4 Prozent.Frei erwartet baldigen neuen VorschlagBrosius-Gersdorf (54) hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sie sich entschieden habe, nicht erneut zur Wahl anzutreten. Nach ihrem Rückzug erwartet Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) einen baldigen neuen Vorschlag. „Ich bin sicher, dass Unions- und SPD-Bundestagsfraktion in der Lage sein werden, in den nächsten Wochen einen Vorschlag zu präsentieren, der dann auch über die Mehrheitsfähigkeit im Parlament verfügt“, sagte er am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Es sei „richtig“ jetzt den Blick nach vorn zu richten und diese Aufgabe „so schnell wie möglich“ zu lösen.Die von der SPD vorgeschlagene Bewerberin für das Bundesverfassungsgericht hatte am Donnerstag ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie stehe „für die Wahl als Richterin des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr zur Verfügung“, schrieb sie in einer Erklärung. Die Unionsfraktion habe ihr „in den letzten Wochen und Tagen sehr deutlich signalisiert, dass meine Wahl ausgeschlossen ist“. Die SPD bedauerte den Schritt zutiefst und kündigte einen neuen Vorschlag an.Brosius-Gersdorf sei „unzweifelhaft eine untadelige Juristin“, sagte Frei im Deutschlandfunk, sie habe aber „eben nicht die Merhrheitsfähigkeit im Parlament erreichen“ können. Die nötige Zweidrittelmehrheit setze „ein hohes Maß an Akzeptanz voraus, das ganz offensichtlich nicht zu erreichen war“. Nun sei der Boden dafür bereitet, diese Frage nochmals neu aufzurollen und zu klären.Lesen Sie auchFrei sagte weiter, der Personalvorschlag sei „von Anfang an sehr umstritten“ gewesen und er wolle „gerne zugestehen, dass man natürlich darauf auch früher hätte reagieren können, auch gegenüber der SPD“. Die Union hatte sich vor allem an der Haltung der Juristin zu den Themen Abtreibung und Kopftuchverbot gestört.Einen Konflikt in der Koalition wies Frei zurück: Er sei davon überzeugt, dass sich die Regierung „auf eine starke Basis in der Unionsfraktion und in der SPD-Fraktion stützen kann“. Er habe „keinen Zweifel, dass die Zusammenarbeit in der Koalition gut fortgesetzt werden kann“, sagte er im Deutschlandfunk.„Mit der nötigen Ruhe und Sorgfalt eine gemeinsame Lösung finden“Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte Brosius-Gersdorfs Entscheidung am Donnerstag „größten Respekt“ gezollt. Jenseits der sachlichen Auseinandersetzung habe es „herabsetzende und beleidigende Kritik“ an der Juristin gegeben, die die Unionsfraktion ausdrücklich verurteile. „Ich bedauere, dass diese Lage auch durch die zu späte Ansprache unserer inhaltlichen Bedenken entstehen konnte“, fuhr Spahn fort. „Nun werden wir mit der nötigen Ruhe und Sorgfalt eine gemeinsame Lösung mit unserem Koalitionspartner finden.“AFP/epd/saha/jm
Rückzug von Brosius-Gersdorf: Frei erwartet neuen Vorschlag „so schnell wie möglich“ - WELT
45 Prozent der Deutschen begrüßen laut einer Umfrage den Rückzug von Frauke Brosius-Gersdorf. Bei der Frage, welche Partei durch die gescheiterte Richterwahl am meisten Schaden genommen hat, gehen die Meinungen auseinander.














