Eine Saison in der türkischen Süper Lig startet nicht mit dem Pfiff eines Schiedsrichters, sondern in den Wochen zuvor, in einem erbitterten Kampf um die Macht der Bilder. Fotos vom Flughafen Atatürk, wo jene Spieler eingeflogen werden, die bei einem der großen Istanbuler Klubs Galatasaray, Fenerbahce oder Besiktas anheuern. Dicht gedrängte Menschenmengen, Choräle aus Tausenden Kehlen, Pyro-Rauch, mitunter Freudentränen. Die Bilder erzählen von der Wucht des türkischen Fußballs, seine Fans neigen eben zur kollektiven Eruption. Und sie wissen, wie sie in die Köpfe ihrer Rivalen kriechen: Am Flughafen, heißt es in der Türkei, wird die mentale Vorherrschaft für den Rest des Jahres verhandelt.