Die Fans des FC Arsenal sehnen sich seit Jahren beinahe ebenso sehr nach einem konstant treffsicheren Torjäger wie nach dem Gewinn der englischen Meisterschaft. Aus Sicht vieler Anhänger hängt beides zusammen: das anhaltende Warten auf den ersten Ligatitel seit 2004 − und die unzureichend besetzte Position im Angriffszentrum. Zwar verfügte Arsenal häufig über renommierte Mittelstürmer wie Robin van Persie, Olivier Giroud, Alexis Sánchez oder Pierre-Emerick Aubameyang. Doch keiner von ihnen erreichte das Niveau von Thierry Henry, dem bisher letzten großen Titelhelden der Gunners.
Besonders in den vergangenen beiden Saisons, als das Team von Trainer Mikel Arteta jeweils Premier-League-Zweiter wurde – mit der besten Defensivbilanz aller Klubs –, trat das Fehlen eines echten Torjägers zutage. Entsprechend setzte Arsenal in diesem Sommer alles daran, einen passenden Stürmer zu verpflichten – und löste daher unter erheblichem finanziellen Aufwand kürzlich den schwedischen Nationalspieler Viktor Gyökeres, 27, aus seinem Vertrag bei Sporting Lissabon.
Nach zähen Verhandlungen waren die Londoner bereit, eine Fix-Ablöse von 65,8 Millionen Euro zu zahlen. Durch leistungsabhängige Boni, die als realistisch erreichbar gelten, könnte der Betrag auf etwa 75 Millionen steigen. Um den Transfer gegen den Widerstand von Sporting durchzubringen – die Portugiesen beharrten auf der vertraglich fixierten Ausstiegsklausel über 100 Millionen Euro –, verzichtete der Gyökeres-Berater auf seine Provision. Der Spieler selbst blieb dem Trainingsauftakt in Lissabon fern und zeigte sich stattdessen auf Mallorca. Gyökeres wähnte sich dabei im Recht, weil ihm nach eigener Darstellung zugesichert worden sei, den Klub für eine deutlich geringere Summe verlassen zu dürfen. Sporting wies diese Version öffentlich zurück und soll daraufhin das Juli-Gehalt von Gyökeres (rund 350 000 Euro) einbehalten haben. Angesichts seines neuen Fünfjahresvertrags beim FC Arsenal mit mutmaßlich mehr als doppelt so hohen Bezügen dürfte Gyökeres dies verschmerzen können.








