Nächste Volte im Konflikt zwischen dem FC Barcelona und Marc-André ter Stegen: Wie der Klub am Donnerstag mitteilte, wurde der DFB-Torwart mit der ausdrücklichen Rückendeckung von Trainer Hansi Flick „vorläufig“ als Mannschaftskapitän des FC Barcelona abgesetzt. Darauf hätten sich die Vereinsführung, die sportliche Leitung und der Trainerstab verständigt. Der in der internen Keeper-Hierarchie zur Nummer drei degradierte ter Stegen, 33, werde bis auf Weiteres von seinem bisherigen Stellvertreter Ronald Araújo, 26, ersetzt, hieß es in einem Kommuniqué.

Der spanische Meister reagiert damit auf die vor wenigen Tagen erfolgte Weigerung ter Stegens, die Weiterleitung seiner Krankenakte an den spanischen Ligaverband zu erlauben. Die Folge ist, dass ein Ärzte-Tribunal des Ligaverbandes nun nicht feststellen kann, ob ter Stegen – wie vom Klub offiziell behauptet – nach seiner Rückenoperation von Ende Juli länger als vier Monate ausfällt. Ter Stegen selbst hatte in einem sozialen Netzwerk erklärt, dass er nach der Operation nur drei Monate pausieren müsse.

Dieser eine Monat Unterschied ist in diesem Fall von hoher Bedeutung, denn sollte ter Stegen länger als vier Monate krankgeschrieben sein, könnte der FC Barcelona vergleichsweise problemlos die Spielgenehmigung für den in diesem Sommer von Espanyol Barcelona verpflichteten Torwart Joan García erhalten. Er soll Barças neue Nummer eins werden. Der Klub könnte nach den in Spanien geltenden Regeln 80 Prozent des Gehalts von ter Stegen für die Finanzierung eines Ersatzmannes aufwenden. Die Alternative wäre, hinreichend finanzielle Mittel nachzuweisen. Das dürfte sich für den milliardenschwer verschuldeten Klub weit schwieriger gestalten.