Ein bisschen ist es wie in der Schule: Der letzte Tag vor den großen Ferien ist eher kurz. In diesem Fall dauert der Verhandlungstag im Wirecard-Prozess – es ist bereits der 218. – nicht einmal eine Stunde. Was die Gerichts- aber von der Schulbank unterscheidet: Ohne Hausaufgaben geht es hier nicht ab. Bevor sich Richter und Schöffen, Anwälte und Angeklagte nun vier Wochen lang nicht sehen, verteilt der Vorsitzende Richter Markus Födisch noch Arbeit. Insgesamt 39 Seiten umfasst die Liste mit Dokumenten, die alle lesen sollen, viele Dutzend Positionen. Die Akten dazu dürften etliche Meter Regal beziehungsweise viele Gigabyte Festplatte füllen. Und es ist bereits die vierte solche Liste, die das Gericht aufgibt, „und es ist bisher die kürzeste, glaube ich“, sagt Födisch noch. „Sie haben ja jetzt einige Wochen Zeit, da können Sie fleißig sein.“