Mitte Juni sah es für einen Moment so aus, als wolle Reiner Haseloff doch noch einmal als Spitzenkandidat seiner Partei in Sachsen-Anhalt antreten. Am Ende einer Rede im Landtag wandte sich der Ministerpräsident sichtlich aufgewühlt der AfD-Fraktion zu: „Wenn ich mir vorstelle“, sagte Haseloff, „dass Ihre Personen hier sitzen und dieses Land regieren sollen, in dem ich seit 71 Jahren Bürger bin, dann kann ich nur sagen, dass das ein Grund für mich wäre, darüber nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.“ Aber, so der CDU-Politiker, „diesen Gefallen werde ich Ihnen nicht tun“. Und dann, in einer Art Finale Furioso: „Dies ist mein Heimatland! Das werden Sie nicht verhunzen und verstümmeln!“