PfadnavigationHomeRegionalesHamburgKita-Finanzierung64 Millionen Euro mehr für Hamburger Kitas – doch Träger vermissen Investitionen in QualitätVeröffentlicht am 07.08.2025Lesedauer: 3 MinutenKinder malen in ihrem Gruppenraum in einer Hamburger KitaQuelle: Christian Charisius/dpaHamburg stellt für das laufende Jahr 64 Millionen Euro zusätzlich für die Kita-Finanzierung bereit. Während die Bildungsbehörde von einem „klaren Zeichen“ spricht, beklagen Träger und Verbände gebrochene Zusagen und vermisste Qualitätsimpulse.Hamburg investiert jährlich über 1,25 Milliarden Euro in die Kindertagesbetreuung – gemessen an der Einwohnerzahl liegt die Stadt damit im Vergleich der Bundesländer weit oben. Jetzt kommen weitere 64 Millionen Euro hinzu, um gestiegene Kosten bei den Kita-Trägern abzudecken – doch ob das reicht, um die Qualität der frühkindlichen Bildung zu sichern, ist umstritten. Während die Bildungsbehörde von einem „klaren Zeichen“ spricht, kritisieren Kita-Träger und Verbände die Vereinbarung als unzureichend und enttäuschend.Nach intensiven Gesprächen hätten sich die Bildungsbehörde und die Kita-Verbände auf die Entgelte für 2025 geeinigt, teilte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) am Donnerstag mit. Die zusätzlichen Mittel sollten die gestiegenen Personal-, Sach- und Gebäudekosten abdecken. Auch die Therapiekostensätze für Kinder mit Behinderungen würden erneut erhöht. Bekeris sprach nach der Einigung von einem „großen Erfolg“ und betonte die Bedeutung der Kitas für Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.Lesen Sie auchDie Wohlfahrtsverbände bewerteten die Einigung deutlich nüchterner. Zwar stiegen die Personalentgelte wie gesetzlich vorgeschrieben, doch zentrale Qualitätsaspekte blieben außen vor. So fehle weiterhin eine Finanzierung für die sogenannte mittelbare Pädagogik – etwa Elterngespräche oder die Anleitung von Auszubildenden. Auch die Therapiekostensätze stiegen nur um drei Prozent – weniger als die Personalkosten.Noch schärfer fiel die Kritik von Kindermitte aus. Der Zusammenschluss privater Kita-Träger spricht von gebrochenen Zusagen und einer verpassten Chance. Die versprochenen Anleitungsstunden fehlten in der Einigung ebenso wie eine verbindliche Perspektive für die mittelbare Pädagogik.„Hamburg investiert lediglich das Nötigste und lässt echte Qualitätsentwicklung schmerzlich vermissen“, sagte Kindermitte-Geschäftsführer Benedikt Hensel. Gerade angesichts rückläufiger Kinderzahlen hätte die Stadt aus Sicht der Träger in Qualität investieren müssen – statt zu sparen.Lesen Sie auchDie Bildungsbehörde kündigte an, nach den Sommerferien Gespräche über eine neue Systematik zur Entgeltfortschreibung aufzunehmen. Das allerdings hatte die damals noch zuständige Sozialbehörde bereits 2024 auch getan. Sandra Berkling von der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände mahnte deshalb: „Die Kita-Landschaft wartet seit einem Jahr darauf, dass den Ankündigungen endlich Taten folgen.“Hamburg setzt seit Jahren auf ein Gutscheinmodell zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung. Eltern beantragen bei der Stadt einen Kita-Gutschein, der den Betreuungsbedarf ihres Kindes abbildet – etwa in Stunden pro Tag und Tagen pro Woche. Wo die Eltern ihren Gutschein einlösen, bleibt ihnen überlassen. Die Stadt regelt die Besetzung der Plätze in den knapp 1200 Kitas nicht zentral. Damit verbunden ist auch, dass die Kitas nur das Geld aus den Kita-Gutscheinen erhalten, die bei ihnen eingelöst werden. Darin enthalten sind Vergütungen für das Personal, für Essen und Material sowie für die Räume. Wie hoch diese Anteile sind, wird regelmäßig neu verhandelt. Dieser Mechanismus soll nun verändert werden.juve