PfadnavigationHomePanoramaErtrinkenTodesfalle See – So viele Badetote gab es im JuliVeröffentlicht am 07.08.2025Lesedauer: 2 MinutenDie DLRG warnt vor steigenden Badeunfällen: Immer mehr Kinder und Jugendliche können nicht schwimmen, Freibäder schließen, viele unterschätzen die Gefahren im offenen Wasser. „Familien müssen besonders auf Kinder achten“, sagt WELT-Reporter Paul Klinzing.Ob in der Ostsee oder im bayerischen See – jedes Jahr endet das Baden für hunderte Menschen tödlich. In diesem Jahr sind bereits mehr als 230 ertrunken. Eine Gruppe unterschätzt die Gefahr besonders häufig.Seit Jahresbeginn sind in Deutschland mindestens 236 Menschen in Gewässern ertrunken, 16 weniger als im Vorjahr. Das geht aus der Zwischenbilanz 2025 der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor, die am Donnerstag in Lübeck vorgestellt wurde. Seen und Flüsse waren mit 73 Prozent Schauplatz der meisten Unfälle.„Sah es im Juni noch danach aus, dass die Zahl der tödlichen Badeunfälle im Vergleich zu den Vorjahren deutlichen ansteigen könnte, traf diese Befürchtung nach dem regenreichen Juli nicht ein“, erklärte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Im Juni ertranken 70 Personen, 18 mehr als im Vorjahr. Im Juli wurden 47 Fälle verzeichnet, 17 weniger als 2024.An heißen Sommertagen steige die Unfallgefahr, so Vogt. „Deshalb mein Appell an alle, die in den kommenden Wochen die Gewässer aufsuchen: Bleiben Sie vorsichtig, beachten Sie die Baderegeln und gehen Sie keine Risiken ein.“Mehr junge männliche OpferLaut der Statistik sind Männer besonders stark betroffen. Über alle Altersgruppen hinweg betrug der Anteil männlicher Opfer 84 Prozent. Bei den Elf- bis Dreißigjährigen waren sogar 97 Prozent aller Verunglückten männlich.Auch kamen mehr junge als ältere Menschen zu Tode. 49 Opfer waren zwischen 11 und 30 Jahren alt; im Vorjahr waren es 30. „Bei diesen Fällen handelt es sich oft um Badeunfälle infolge von Leichtsinn und Übermut“, so Vogt. Viele Opfer hätten kaum oder gar nicht schwimmen können.Lesen Sie auchÄltere Menschen über 70 Jahre machen 48 Todesfälle aus, oft bedingt durch gesundheitliche Probleme oder Selbstüberschätzung. Unter Kindern bis zehn Jahren sind mindestens 8 Opfer zu beklagen.Lesen Sie auchIn Seen ertranken 87 Menschen, in Flüssen 85. An den Meeren gab es zehn Todesfälle, alle in der Ostsee. 9 Menschen kamen in Schwimmbädern ums Leben. Es zeige sich, dass Baden und Schwimmen dort besonders sicher sind, wo Rettungsschwimmer beaufsichtigen. Allein rund 5500 Ehrenamtliche der DLRG sorgten während der Sommersaison an rund 100 Badestellen an Nord- und Ostsee für Sicherheit.Lesen Sie auchDie Zahl der Unfälle bei Aktivitäten wie Paddeln, Bootfahren oder Surfen sank auf 13 (2024: 20). „Die meisten von ihnen wären vermutlich noch am Leben, wenn sie eine Rettungsweste oder wenigstens eine Schwimmweste getragen hätten“, sagte Vogt. Sie forderte, das Tragen einer Weste für Kinder verpflichtend zu machen.Die meisten Todesfälle (48) verzeichnete die DLRG in Bayern. Es folgen Nordrhein-Westfalen (34) und Baden-Württemberg (28).KNA/jm