Im Laden von Nathalie Schmidt, 43, schreit nichts. Keine grellen Farben, keine ausgefallenen Schnitte, kurzen Röcke oder Tüllschürzen, nicht einmal Blusen mit leichten Puffärmeln. Das Grellste bei „Zirbenfux“ in Neuhausen ist das Deckenlicht. Die Farben der Dirndl, Röcke und Blusen rundum sind ruhig und sanft, die Stoffe und Schnitte sehen gemütlich aus. Vom einengenden Dirndl, in dem sich nach fünf Minuten im Bierzelt die ersten Schweißperlen den Rücken hinab ihren Weg bahnen, kann da keine Rede sein. „Mir ist wichtig, dass sich die Frau im Dirndl wohlfühlt“, sagt Schmidt, Gründerin und Designerin des Labels.
Ist es also das, was die trendbewusste Frau dieses Jahr zur Wiesn tragen sollte: hochwertige Naturstoffe, cleane Farben, bequeme Schnitte, nur ja nichts Aufregendes und Zuschnürendes? Und was ist mit den Herren?
Auf Social Media ist unter Hashtags wie #dirndl2025, #wiesn2025 oder #trachtentrends2025 noch nicht viel zu sehen. Sind ja auch noch fast sieben Wochen hin bis zu jenem Samstag, an dem wieder morgens um neun Uhr Tausende Menschen in Tracht über die Theresienwiese laufen, um in einem der Zelte dann drei Stunden auf dem Trockenen zu sitzen, bis zum Fassanstich um zwölf Uhr – möglich, dass nach den ersten zwei, drei Mass Bier das mit dem trendigen Wiesnoutfit ohnehin nicht mehr so wichtig ist. Doch das, was auf Instagram und Tiktok zu sehen ist, spiegelt sich wider im Laden von Nathalie Schmidt: minimalistische und puristische Designs, klare und satte Farben, Knopfreihen am Mieder. Alles sehr reduziert, schlicht, einfach – weniger ist mehr.






