PfadnavigationHomePanorama„So wird nichts verschwendet“Bitte um Kleintier-Spenden für Raubtierfütterung – Dänischer Zoo bekommt HasskommentareVeröffentlicht am 05.08.2025Lesedauer: 4 MinutenEin Löwenpaar im Zoo von Aalborg (Aufnahme von 2020)Quelle: picture alliance/imageBROKER/Ralf HoppeEin dänischer Zoo suchte auf unkonventionellem Weg nach Futter: Freiwillige Spender können in Aalborg Haus- und Kleintiere abgeben, damit die Raubtiere des Tierparks genug Futter haben. Mit der Wut-Welle, die ihr Aufruf auslöste, haben die Verantwortlichen nicht gerechnet.Nach einer Bitte um Kleintier-Spenden als Futter für seine Raubtiere wird ein dänischer Zoo mit Hasskommentaren überzogen. Der Zoo im norddänischen Aalborg habe nach einer Welle „hasserfüllter“ Reaktionen die Kommentarfunktion auf seinen Seiten in den Online-Netzwerken abgeschaltet, wie eine Verantwortliche des Zoos, Anette Sofie Warncke Nutzhorn, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.Der Zoo hatte seinen Aufruf, Tiere, die nicht mehr gewollt seien, als Raubtierfutter zu spenden, vergangene Woche in den Online-Netzwerken geteilt und damit riesigen Wirbel ausgelöst. Der Zoo suche insbesondere Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen, aber auch größere Tiere wie Pferde, hieß es in dem Aufruf. Die gespendeten Tiere sollen demnach von qualifiziertem Personal getötet und anschließend verfüttert werden. Zoo sucht Hühner, Kaninchen und MeerschweinchenDa es die Initiative schon seit mehreren Jahren gibt, hatte der Zoo offenbar nicht mit der großen Aufregung gerechnet. „Das ist eine ganz übliche Praxis“, betonte Warncke Nutzhorn. „Wir haben lediglich eine freundliche Erinnerung verschickt.“ Zudem stellte die Zoo-Vertreterin noch einmal deutlich klar: „Wir suchen kleine Nutztiere, keine Haustiere“. „Das können zum Beispiel Hühner sein, die keine Eier mehr legen“, fügte Warncke Nutzhorn hinzu. Der Zoo in Aalborg war via Facebook an die Öffentlichkeit gegangen, das Posting führte dann auch zu zahlreichen Medienberichten. In dem Aufruf wurde darum gebeten, verstorbene und teils auch lebende Haustiere an den Tierpark zu „spenden“, sodass diese an Raubtiere verfüttert werden könnten. „Wenn Sie ein gesundes Tier haben, das aus verschiedenen Gründen abgegeben werden muss, können Sie es uns gerne spenden.“ Weiter heißt es in dem Posting: „Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung unserer Raubtiere – insbesondere für den europäischen Luchs, der ganze Beutetiere benötigt, die denen ähneln, die er in der Natur jagen würde“, erklärt der Zoo auf seiner Website.Man habe die Verantwortung, die natürliche Nahrungskette der Tiere nachzuahmen – „sowohl aus Gründen des Tierschutzes als auch der fachlichen Integrität“. Die Tiere würden dann, so wird weiter erklärt, von „geschultem Personal schonend eingeschläfert“ und danach als Futter verwendet. „So wird nichts verschwendet – und wir sorgen für natürliches Verhalten, Ernährung und Wohlbefinden unserer Raubtiere.“ Unter dem Facebook-Posting wurde das Angebot dann teils kontrovers diskutiert. Einige Nutzer sahen eine „gute Initiative“, andere hingegen bezeichneten es als eine „perverse Idee“. Mittlerweile ist die Kommentarfunktion geschlossen.137 Kaninchen wurden 2025 bereits abgegebenAngenommen würden in Aaloborg laut „Stern“ sogar Pferde, heißt es weiter, die betroffenen Tiere seien oft alt oder verletzt. Gegenüber einem lokalen Fernsehsender verriet der Zoodirektor, dass das Angebot durchaus auf Resonanz stoße. So habe man im Jahr 2025 bereits 137 Kaninchen erhalten. „Viele bringen Kaninchenbabys mit, weil sie so viele bekommen haben und Kaninchen so fruchtbar sind, dass oft viele Junge zur Welt kommen“, zitiert das Blatt die Zoologin des Zoos, Thea Loumand Faddersbøll.Lesen Sie auchIn einem anderen vom „Stern“ ausgewerteten Medienbericht klingt jedoch noch ein anderes Motiv an: Demnach seien einige Haustierbesitzer ihrer Tiere überdrüssig. Henrik Vester Skov Johansen, der Direktor des Zoos, wird mit den Worten zitiert: „Es gibt auch viele, die das Interesse an ihren Haustieren verlieren, und dann können wir Menschen aus einer Zwickmühle herausholen.“ Der Tod von Giraffe Marius sorgte 2014 in Kopenhagen für AufregungIm Durchschnitt frisst Experten zufolge beispielsweise ein ausgewachsener Löwe im Zoo täglich zwischen vier und sieben Kilogramm Fleisch. In vielen Zoos werden laut der Nachrichtenagentur dpa deshalb auch extra Futtertiere gezüchtet, die als Mahlzeit für Löwen, Tiger und andere Fleischfresser vorgesehen sind. Aber auch überzählige Zootiere werden getötet und verfüttert. Der Deutsche Tierschutzbund spricht hier von einer „gängigen Praxis“.Gesunde Zoo-Tiere zu verfüttern, insbesondere um das Risiko von Inzucht zu reduzieren, ist auch in dänischen Zoos nicht unüblich, hatte aber auch in der Vergangenheit bereits international Kritik ausgelöst.Für Schlagzeilen sorgte etwa 2014 die Tötung der Giraffe Marius im Kopenhagener Zoo. 2023 schlachtete der Leipziger Zoo einen Zebrahengst, für den sich kein Platz in einem anderen Zoo fand. Der Nürnberger Tiergarten wiederum verfüttert vom Aussterben bedrohte Somali-Wildesel und Prinz-Alfred-Hirsche. krott mit dpa und AFP
Zoo in Dänemark bittet um Haustierspende – um sie zu verfüttern - WELT
Ein dänischer Zoo suchte auf unkonventionellem Weg nach Futter: Freiwillige Spender können in Aalborg Haus- und Kleintiere abgeben, damit die Raubtiere des Tierparks genug Futter haben. Mit der Wut-Welle, die ihr Aufruf auslöste, haben die Verantwortlichen nicht gerechnet.












