Sina und Lena hatten Streit. Die Details sind nicht so wichtig – und ihre echten Namen auch nicht. Im Grunde ging es um nichts Schlimmes, aus Erwachsenensicht zumindest. Doch für die zwei achtjährigen Mädchen war die Situation gleichermaßen belastend. Und so gingen die beiden an einem Donnerstag zu Gabi Horsmann, um darüber zu sprechen. Erst erzählte die eine ihre Sicht, während die andere zuhörte, dann wechselten die beiden die Rollen. Horsmann moderierte das Gespräch, stellte Fragen. Kein Löchern, kein Drängen, stattdessen ganz sacht, wie eine sanfte Brise, die den Kindern etwas Rückenwind gab auf dem Weg in die Richtung, in die sie ohnehin schon unterwegs waren.

Drei Wochen später sitzen die beiden wieder bei Horsmann und erzählen, was vorgefallen war. Wie sie sich dabei gefühlt haben. Wie sie nicht wussten, wie es der jeweils anderen dabei ging. Dass sie es jetzt aber sehr wohl verstehen. Dass ihnen der ganze Streit leid tut. Und dass sie einander schließlich gern haben und Freundinnen sind. Wenn man all das hört und sieht, wie die beiden Mädchen miteinander kichern, dann ist klar, was sie davon haben, dass Gabi Horsmann gemeinsam mit ihrem Tandempartner vom Verein „Seniorpartner in School“ (SiS) in ihre Grundschule an der Zielstattstraße in München-Obersendling kommt: Als Schulmediatoren unterstützen sie die Kinder dabei, Streitereien und Konflikte selbst zu lösen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Gefühle auszudrücken, einander zuzuhören und Rücksicht zu nehmen.