Sven Schwarz schmiss seine Sachen auf den Boden, er hatte seine grüne Schwimmbrille unten in seine Schwimmhose eingeklemmt, in der rechten Hand hielt er eine Wasserflasche. Und er grinste nicht nur. Er strahlte wie ein Teenager, der gerade zu Weihnachten ein neues High-End-Handy geschenkt bekommen hat. Schwarz, 23, der gerade seine zweite Silbermedaille bei der WM gewonnen hatte, diesmal über 800 Meter Freistil, gab dann den Mannschaftssprecher, er sagte in Wir-Form: „So eine WM hatten wir seit Jahren nicht, wir sind im Medaillenspiegel sehr weit oben, haben ein junges Team. Das bringt natürlich direkt im ersten Jahr nach Olympia einen extremen Aufschwung. Wir werden wieder zurück nach oben kommen.“ Dabei sind die Deutschen gerade obenauf.
Da redete einer in so präzisen Sätzen, dass er schon bald ein politisches Hochamt bekleiden könnte. Aber auch einer, der die Mannschaft im Blick hat – und den am Anfang dieser Becken-Wettbewerbe auf internationalem Parkett noch niemand wirklich auf dem Zettel hatte. Nun kam der Mann aus Hannover am Sonntagabend in 14:35,69 Minuten ins Ziel. Vor den Augen seiner Eltern, die in der Arena auf der Tribüne saßen. Florian Wellbrock, der im Meer vor Singapur zuvor vier Freiwasser-Goldmedaillen eingesammelt hatte, schlug mehr als acht Sekunden später als chancenloser Fünfter an. Gold gewann 800-Meter-Weltmeister Ahmed Jaouadi aus Tunesien (14:34,41), jener Schwimmer, der Schwarz auch auf der kürzeren Langstrecke distanzieren konnte. Bronze ging an den US-amerikanischen Olympiasieger Bobby Finke (14:36,60). Wellbrock sang später eine Lobeshymne auf Schwarz: „Mega. Er hat sich wahnsinnig gut entwickelt. Da kann man nur gratulieren.“











