In Salzburgs überschaubar kleinem Marionettentheater, die Festspiele weichen viel zu selten auf solch ungewöhnliche Spielstätten aus, drängen sich viele Besucher um einen Grandseigneur mit Hut im Rollstuhl. Georg Baselitz, der weltweit geehrte Maler, spricht leise, freundlich und zugewandt mit jedem. Doch schon füllt sich der klassizistisch erhabene Raum. Sieben von der Megameistergeigerin Isabelle Faust angeführte Musiker betreten mitsamt dem Rezitator Dominique Horwitz den sich verdunkelnden Saal, Baselitz nimmt den Hut ab, und dann wird schlagartig beglückend klar, weswegen der Malersupermeister hier anwesend ist: Marionetten und Bühnenbild sind seine Erfindung, mit der er Igor Strawinskys auf sperrigen Minimalismus setzende Parabel „Histoire du soldat“ (Geschichte vom Soldaten) genauso minimalistisch sperrig animiert. Herausgekommen ist ein musikalisch-szenisches Meisterstück in weltumfassenden siebzig Minuten.
Strawinskys "Geschichten vom Soldaten" bei den Salzburger Festspielen
Salzburger Festspiele überwältigen mit Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“, die Meistermaler Georg Baselitz furios karg ausgestattet hat.









