Der Fund ist einzigartig – und zugleich eigentlich nur logisch. In den verschiedenen Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb ist bereits eine beeindruckend lange Reihe von mehr als 30 rund 40 000 Jahre alten Figuren und anderen Gegenständen aus Mammutelfenbein entdeckt worden. Berühmt sind etwa die Venus vom Hohle Fels bei Schelklingen, die kleine Mammutfigur aus der Vogelherdhöhle im Lonetal oder eine Flöte aus Elfenbein, gefunden in der Halbhöhle Geißenklösterle bei Blaubeuren. Im dortigen Urgeschichtlichen Museum ist ein ganzer Elfenbeintierpark aus der Eiszeit ausgestellt. Nun erhält diese Sammlung eine logische Ergänzung. Ausgräber haben in der Höhle Hohle Fels einen 39 000 Jahre alten Meißel gefunden: ein Gerät aus Elfenbein, das einst offenbar dem Zweck diente, Dinge aus Elfenbein herzustellen.
Der Fund lenkt den Blick auf die Bedeutung dieses Werkstoffs. Analog zu Epochenbegriffen wie Steinzeit oder Bronzezeit könne man für die Zeit vor etwa 40 000 Jahren auf der Schwäbischen Alb gar von einem „Zeitalter des Mammutelfenbeins“ sprechen, heißt es vom Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren. Dort ist der Meißel am Donnerstag als „Fund des Jahres“ vorgestellt worden und von sofort an in einer Sonderausstellung zu sehen. Mammutelfenbein sei zu Beginn der Jüngeren Altsteinzeit „das bevorzugte Material für praktische Werkzeuge und Kunst“, zitiert das Museum den Archäologen Nicholas Conard von der Universität Tübingen in einer Pressemitteilung.






