Immer, wenn ich an den österreichischen Dichter Ernst Jandl denke, fällt mir, noch vor Ottos berühmtem Mops, seine poetische Verwechslung von links und rechts ein. Sie lautet wie folgt: „lichtung // manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht / velwechsern. / werch ein illtum!“ Es handelt sich dabei um einen typischen Jandl: kurz, witzig, lautmalerisch, sprachspielerisch. Als Kalauer und in seiner Verknappung ist er, da vermeintlich leicht zu verstehen, auch leicht zu unterschätzen. Dies’ kleine Gedicht nicht politisch zu lesen, wäre jedoch ein großer Irrtum.