Stärker steigende Lebensmittelpreise haben den erwarteten Rückgang der Inflation im Juli verhindert. Waren und Dienstleistungen in Deutschland kosteten wie schon im Juni 2,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 1,9 Prozent gerechnet. Von Juni auf Juli zogen die Preise um 0,3 Prozent an.

„Damit ist die hohe Inflationswelle der vergangenen Jahre ausgelaufen“, sagte Deka-Bank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Die privaten Haushalte seien immer noch dabei, sich an das erhöhte Preisniveau zu gewöhnen. Mittlerweile hätten aber auch die Löhne nachgezogen. „Das Thema Inflation wird mehr und mehr aus den Köpfen der Verbraucher verschwinden“, erwartet Kater.

Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli um 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Dabei zogen etwa im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Preise für Zitrusfrüchte (+23,4 Prozent), Pfirsiche, Kirschen oder anderes Stein-/Kernobst (+21,8 Prozent) sowie für Bohnenkaffee (+21,6 Prozent) besonders kräftig an. Erneut billiger wurde Energie: Sie kostete 3,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (Juni: -3,5 Prozent). Dienstleistungen verteuerten sich im Schnitt um 3,1 Prozent (Juni: +3,3 Prozent).