PfadnavigationHomeRegionalesHamburgU-BahnbauWie die U5 in der City Nord Gestalt annimmt – und was bis 2027 noch passiertVeröffentlicht am 31.07.2025Lesedauer: 4 MinutenEin Medienvertreter trägt einen Helm mit der Aufschrift U5 in der Baugrube der künftigen U5-Haltestelle City NordQuelle: David Hammersen/dpaIn der City Nord entsteht ein Teil von Hamburgs neuer U-Bahn-Linie: der vollautomatischen U5. In dem Abschnitt sind die Rohbauarbeiten bereits weit fortgeschritten. Ab Ende 2027 soll hier der erste Probebetrieb starten – ein Blick in die Baugrube.Der Boden unter den Füßen ist nackter Beton. Über den Köpfen spannen sich Träger und Gerüste, an den Wänden ragen Bewehrungsstäbe wie stählerne Borsten in die Höhe. Wer an diesem Vormittag die riesige Baustelle für die neue Hamburger U-Bahn-Linie U5 in der City Nord betritt, steht mitten in einer Grube, die einmal ein Tunnel werden soll – oder genauer: die Hülle dafür. Der eigentliche Tunnel wird später in die Baugrube eingebaut. Am südlichen Ende der Baugrube wird der Tunnelbau schon sichtbar. Die ersten Betondecken liegen auf, das Niveau der späteren Gleise ist erkennbar. Rund eineinhalb Meter oberhalb des Bodens der Baugrube wird es liegen. Ein deutlicher Hinweis auf die Dimensionen, die Hamburgs größtes Infrastrukturprojekt allmählich annimmt.Lesen Sie auchDie U5 soll einmal von Bramfeld im Nordosten der Hansestadt bis zu den Arenen im Nordwesten führen, vollautomatisch, klimafreundlich, barrierefrei. Seit mehr als 50 Jahren hatte es immer wieder Pläne in Hamburg gegeben, eine zusätzliche U-Bahn-Linie im Nordosten und Nordwesten zu bauen. Dort sind zum Teil riesige, dicht bewohnte Stadtteile nur mit Bussen angebunden. Nun wächst das Projekt U5 von Jahr zu Jahr. 2027 soll es in der City Nord die ersten Testfahrten geben.Der Bereich hin zur bestehenden Haltestelle Sengelmannstraße ist einer von mehreren Abschnitten, an denen gleichzeitig gearbeitet wird. Die Baustelle in der City Nord ist besonders weit. Auf rund einem Drittel der 700 Meter langen Baugrube sind die Rohbauarbeiten für die Haltestelle und den Tunnel bereits in vollem Gange. In bis zu 18 Metern Tiefe werden derzeit die Bodenplatte und die Seitenwände betoniert. Parallel beginnt der Bau der Decke, sodass sich der Rohbau von Süden her Stück für Stück schließt.„Für das Team ist das ein tolles Gefühl, denn die U5 nimmt damit erstmals konkret Gestalt an“, sagt Dirk Pastoors, Projektleiter für den Abschnitt City Nord – Sengelmannstraße. Auch Klaus Uphoff, technischer Geschäftsführer der U5 Projekt, zeigt sich zufrieden: „Wir gehen weiter in großen Schritten voran.“ Bis September wird die Baugrube komplett ausgehoben sein. Am nördlichen Ende graben sich aktuell noch Bagger durch die verbliebenen knapp 25.000 Kubikmeter Erdreich. 225.000 Kubikmeter waren es zum Start. Im Frühjahr des nächsten Jahres erreiche man dann einen wichtigen Meilenstein, so Uphoff: die Fertigstellung des Rohbaus. „Es ist alles im Zeitplan“, sagt der U5-Geschäftsführer. Lesen Sie auchDas Teilstück der U5 ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Anders als bei den meisten anderen Abschnitten wird hier nicht nur die Haltestelle, sondern auch die Tunnel-Strecke bis zur Sengelmannstraße in offener Bauweise errichtet – und das auf voller Breite. Entlang des weiteren Linienverlaufs werden später nur die Haltestellen und Notausgänge offen gebaut, die Tunnelröhren entstehen unterirdisch mit einer Tunnelvortriebsmaschine. In der City Nord, so erklärt es Pastoors, sei das nicht möglich gewesen. Die Tunnelbohrmaschine wäre der Oberfläche zu nah gekommen. Die Haltestelle Sengelmannstraße, die schon die U1 bedient, liegt oberirdisch. In Bramfeld und Barmbek Nord wird halbseitig gebaut, um den Verkehr nicht vollständig zu unterbrechen. In der City Nord – ein Stadtteil mit überwiegend Bürohäusern – hat man sich für die Riesenbaugrube entschieden.Nach dem Ende des Rohbaus beginnt der Innenausbau der Haltestelle City Nord: Kabel werden verlegt, Gleise eingebaut. Parallel entsteht an der künftigen Umsteigehaltestelle Sengelmannstraße ein zweiter Bahnsteig. Ende 2027 soll die technische Ausrüstung des Abschnitts starten – und damit auch der umfassende Probebetrieb der ersten vollautomatischen U-Bahn-Linie Hamburgs.Lesen Sie auchParallel dazu schreiten nach Darstellung der Verkehrsbehörde auch die großen Bauprojekte der Schwesterlinie U4 voran. Dort wurde gerade Richtfest an der neuen Haltestelle Horner Geest gefeiert, im Herbst folgt das Fest an der Stoltenstraße. Ein anderes Großprojekt der Schiene jedoch wackelt: der Verbindungsbahnentlastungstunnel (VET), der Neubau eines eigenen S-Bahntunnels zwischen Hauptbahnhof und Altona. Mit dem Tunnel würden Gleise für den Regional- und den Fernverkehr frei, weshalb das Projekt als wichtiger Baustein gilt, um in Hamburg den Deutschlandtakt der Bahn umzusetzen. 2023 entschied Hamburg, dass die Bahn zwei von fünf vorgeschlagenen Trassen näher prüfen solle. Ende 2024 sollte eine Entscheidung für eine Variante fallen. Doch der Bruch der Ampelkoalition und die damit verbundenen Unsicherheit zur künftigen Finanzierung von Verkehrsprojekten kippten den Zeitplan. Eine Entscheidung könnte nun bis Ende dieses Jahres fallen.In Hamburg hofft man auf den Tunnel – und weitere Bundesprojekte, die den Bahnverkehr in Hamburg verbessern würden. „Wir machen uns weiterhin für Projekte stark, die den Knoten Hamburg entlasten und auf den Deutschlandtakt einzahlen“, sagt Krämer. Dazu gehöre auch eine Ausweitung der Gleise auf den Elbbrücken.
U-Bahnbau: Wie die U5 in der City Nord Gestalt annimmt – und was bis 2027 noch passiert - WELT
In der City Nord entsteht ein Teil von Hamburgs neuer U-Bahn-Linie: der vollautomatischen U5. In dem Abschnitt sind die Rohbauarbeiten bereits weit fortgeschritten. Ab Ende 2027 soll hier der erste Probebetrieb starten – ein Blick in die Baugrube.






