In dem Maße, in dem die Welt immer dystopischer wird, verwandelt sie sich seltsamerweise in einen rundum vernunftbetonten Ort. Galt der übermäßige Konsum von Alkohol lange als sozial akzeptiert, Zeichen eines dionysischen Lebenswandels oder legitime Selbstmedikation, stößt er heute auf harsche Kritik. Antialkoholische Diskurse erleben einen Boom, im Vordergrund steht nicht mehr der Rausch, sondern die Gesundheit. Die grassierende Hoffnungs- und Empathielosigkeit nicht wegzusaufen, sondern in aller Nüchternheit zuzulassen: Darin scheint eine, vielleicht die letzte, erstrebenswerte Kultur- und Lebensleistung zu bestehen. Wenn schon Apokalypse, dann bitte mit null Promille im Blut.
„Die guten und die besseren Tage“ im Kino: Hört auf zu trinken. Jetzt. Sofort
Die französische Komödie „Die guten und die besseren Tage“ über vier alkoholkranke Frauen hat eine ernste Botschaft. Und die hämmert sie dem Publikum gnadenlos ein.







