Kiss-Cam beim Coldplay-Konzert: Das US-Unternehmen Astronomer steht vorerst ohne CEO da. Foto: Imago (3) Kiss-Cam-Skandal: Wie sich Unternehmen aus PR-Katastrophen retten Astronomer kontert den Kiss-Cam-Skandal auf dem Coldplay-Konzert mit einem Video. Darin: die Ex des Coldplay-Sängers. Krisenexperte Klaus Weise über PR-Fails und Imagerettung im Ernstfall.
Annika Keilen 31.07.2025 - 10:29 Uhr Artikel anhörenDüsseldorf. Mit Krisen verdient Klaus Weise sein Geld. Er ist Gründer und Leiter der PR-Sparte von Serviceplan, der größten inhabergeführten Kommunikationsgruppe Europas. Welche Kunden er durch Krisen manövrierte, will Weise aufgrund von Verschwiegenheitsklauseln nicht erzählen. Außerdem gelte: „Die erfolgreichen Krisen sind die, die nie in der Öffentlichkeit aufgetaucht sind.“Für eine stille Krise ist es für das Unternehmen Astronomer nun zu spät. Der Kiss-Cam-Skandal beschäftigt längst die Öffentlichkeit, Medien stürzen sich auf die Story und Social Media überbietet sich mit Memes in Anlehnung an die Affäre des CEOs Andy Byron mit seiner Personalchefin.Beide sind mittlerweile nicht mehr bei Astronomer beschäftigt. Das Unternehmen selbst reagierte mit einem Video auf den Skandal. Mithilfe einer PR-Agentur engagierten sie Gwyneth Paltrow, die Schauspielerin und Ex-Frau von Coldplay-Sänger Chris Martin, für ein kurzes Video. Darin tritt sie als vorübergehende Sprecherin des Unternehmens auf und soll auf all die Fragen eingehen. Stattdessen ignoriert sie diese – und wirbt für Astronomer.Klaus Weise sagt: „Der Fall Astronomer zeigt, dass niemand mehr vor einer PR-Krise geschützt ist.“ Im Interview mit dem Handelsblatt verrät er außerdem, wie sich Unternehmen und CEOs auf Skandale vorbereiten können, warum Elon Musk in jede PR-Falle tritt – und wieso Olaf Scholz’ Schweigetaktik nicht die beste Kommunikationsstrategie in Krisen ist.














