(SZ) Zugegeben, eine so bedeutende Musikerin wie etwa Clara Schumann oder Billie Holiday ist Alison Mosshart nicht. Musikgeschichtlich gesehen. Aber sie ist eine dieser sehr intensiven Post-Punk-Sängerinnen, bei denen man sich selbst als Prä-Punk-Mensch wünscht, dass es weniger Taylor Swift, dafür aber umso mehr The Kills (Mossharts Band) gäbe. In einem Interview mit dem Musikexpress hat Mosshart darüber nachgedacht, warum das Abendland doch noch untergehen könnte, was der Oswald-Spengler-Adept Wolfram Weimer, des Kanzlers Kulturstaatsminister, schon vor Jahren, wenn auch aus anderen Gründen als Mosshart, gefürchtet hat. „Wir leben in einer seltsamen Zeit des Kapitalismus und Konsumismus“, sagte die Sängerin, „und das ist wirklich düster.“ Man merke das unter anderem daran, dass die Leute kaum mehr Musik anhörten, sondern nur noch 30-Sekunden-Clips, gestreamt auf ihrem Telefon. Recht hat sie, leider.