Zwischen den Fleischunternehmen Westfleisch und Tönnies bahnt sich ein Bieterstreit um die Schlachthöfe von Vion in Süddeutschland an. „Ich habe unseren Hut in den Ring geworfen“, kündigte Westfleisch-Chef Wilhelm Uffelmann am Dienstagnachmittag im Gespräch mit Journalisten an. In der öffentlichen Diskussion sei zunächst der Eindruck entstanden, es gebe nur einen Bewerber für die Vion-Betriebe. „Doch die Region braucht eine wettbewerbsfähige, unabhängige und zukunftssichere Schlachthofstruktur“, sagte er weiter.Damit tritt das zweitgrößte deutsche Schlachtunternehmen mit Sitz in Münster in direkte Konkurrenz mit der Nummer Eins. Die Premium Food Group (PFG), so heißt Tönnies seit Jahresanfang, will seit gut einem Jahr die süddeutschen Betriebe von Vion übernehmen. Der niederländische Konkurrent zieht sich vom deutschen Markt zurück. Zunächst sah es so aus, als wäre die Übernahme durch Tönnies ausgemachte Sache. Doch das Kartellamt machte der PFG zuletzt einen Strich durch die Rechnung und untersagte den geplanten Kauf. Begründet wurde dies damit, dass der größte deutsche Schweineschlachter damit auch führend bei Rindern wäre – zu viel Marktmacht für ein Unternehmen, befand das Kartellamt. Nun hofft man bei der PFG auf eine Ausnahmegenehmigung von ganz oben, in Form einer Ministererlaubnis der Bundesregierung. Viele Landwirte und Vion-Mitarbeiter sind beunruhigt, sie stehen vor einer ungewissen Zukunft.