Es gibt politische Fototermine, die besser anfangen. Drei Politiker stehen im Regen, hinter ihnen der Haupteingang des Chemieparks Leuna, vor ihnen Kamerateams und Fotografen, an der Seite stehen Busse, die sie gleich zu einem Leuchtturmprojekt der Chemieindustrie bringen werden. Die finnische Firma UPM hat in Leuna die weltweit erste Bioraffinerie gebaut, die aus nachhaltig erwirtschaftetem Holz – statt aus Erdöl – Rohstoffe für die Plastikproduktion gewinnt, eine Milliardeninvestition. Dafür ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf ihrer Sommertour nach Sachsen-Anhalt gekommen – und um mit Vertretern der chemischen Industrie über die aktuelle Lage zu sprechen. Sie ist ähnlich bescheiden wie das Wetter an diesem Montag. Reiche wird flankiert von Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff, der einen großen Regenschirm über sich und seinen Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) hält. Darauf prangt das schöne Motto: „Hier ist Platz für große Pläne.“