PfadnavigationHomePanoramaReinhold Messner„Stücke verwandeln sich in einen Steinhagel. Wer darunter ist, hat kaum eine Überlebenschance“Veröffentlicht am 29.07.2025Lesedauer: 3 MinutenDie ehemalige deutsche Biathletin ist beim Bergsteigen im Karakorum-Gebirge in Pakistan schwer verunglückt. Im Interview mit WELT TV sagt der Extrem-Bergsteiger Reinhold-Messner über Laura Dahlmeier: „Sie ist Bergführerin, damit hat sie gelernt, mit den Risiken umzugehen.“Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ist am Montag beim Bergsteigen in Pakistan von einem Steinschlag getroffen worden. Kann sie noch gerettet werden? Extrembergsteiger Reinhold Messner gibt seine Einschätzung ab.Große Sorge um Laura Dahlmeier: Die ehemalige deutsche Biathletin ist beim Bergsteigen im Karakorum-Gebirge in Pakistan schwer verunglückt. Die leidenschaftliche Bergsteigerin sei am Montag durch einen Steinschlag am Laila Peak „mindestens schwerst verletzt“ worden, teilte ihr Management mit. Bergretter versuchen nun zusammen mit internationalen Bergsteigern, an die 31-Jährige heranzukommen. Im Interview mit WELT TV gibt Extrembergsteiger Reinhold Messner seine Einschätzung ab.Dahlmeier war mit einer Seilpartnerin im alpinen Stil unterwegs, das bedeutet: mit möglichst leichter Ausrüstung und ohne Expeditionslogistik. Der Laila Peak (6069 m) sollte ihre zweite Gipfelbesteigung der Saison werden. Bereits am 8. Juli hatte sie erfolgreich den Great Trango Tower (6287 m) bestiegen. „Wir fiebern alle und hoffen, dass sie durchhält“„Wir alle sind fiebernd bei ihr“, sagt Messner. Denn sie sei nicht nur eine einzigartige Biathletin – „bescheiden, großartig, ohne Konkurrenz in ihrer Zeit“ – gewesen, sondern auch eine Bergsteigerin erster Kategorie geworden: „Sie hat im oberen Bereich des Alpinismus mitgespielt.“Messner lobt die Solidarität unter den Bergsteigern in der Region. Andere Bergsteiger versuchten nun, Dahlmeier zu finden. „Die Solidarität ist immer noch lebendig“, sagt Messner. „Wir fiebern alle und hoffen, dass sie durchhält.“Lesen Sie auchWelche Schwierigkeiten gibt es für die Such- und Rettungsaktion? Dahlmeier könnte mit einem Hubschrauber und einer langen Seilkette von oben gerettet werden. Aber: „Der Hubschrauber muss fliegen können. Es war nebelig, er konnte nicht fliegen, soweit ich Informationen aus Pakistan habe“, sagt Messer. „Wir müssen hoffen, dass sie morgen gutes Wetter haben, dass sie morgen fliegen können.“ Zugleich stiegen von unten zwei Bergsteiger-Teams hoch. Am Dienstag war die Suche mit Einbruch der Dunkelheit vorerst eingestellt worden. Am Mittwoch soll es weitergehen.Lesen Sie auchWie kam es zu dem Unglück? „Der Steinschlag ist mehr geworden durch die globale Erwärmung“, betont Messner. „Es fallen immer – zu meiner Zeit, auch heute noch – wieder Stücke ab, die sich dann in einen Steinhagel verwandeln. Und wer darunter ist, hat kaum eine Überlebenschance.“Wo groß waren die Risiken für Dahlmeier und ihre Seilpartnerin? Messner weist darauf hin, dass Dahlmeier staatlich geprüfte Bergführerin ist. „Damit hat sie gelernt, mit den Risiken umzugehen. Ein Restrisiko bleibt bei unserem Tun immer.“ So ein Berg wie der Laila Peak sei großartig und schön, aber auch „höllisch gefährlich“. Wer so einen Berg angehe, müsse wissen, dass das Risiko, dabei umzukommen, nicht null sei. Die Natur sei absichtslos, aber auch unerbittlich. „Wenn ein Stein irgendwo fällt, und wenn man an der falschen Stelle ist, zum falschen Moment, dann gibt es kein Überleben“, betont Messner. „Aber wir müssen alle hoffen, dass Frau Dahlmeier durchhält und dass sie morgen vom Hubschrauber geholt wird.“ll
Laura Dahlmeier verunglückt: „Wer darunter ist, hat kaum eine Überlebenschance“, sagt Reinhold Messner - WELT
Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ist am Montag beim Bergsteigen in Pakistan von einem Steinschlag getroffen worden. Kann sie noch gerettet werden? Extrembergsteiger Reinhold Messner gibt seine Einschätzung ab.













