Das Aufgebot war stattlich im Keller des Leonardo Royal, ein Hotel im Münchner Norden, auch wenn einer fehlte: Dennis Schröder schaffte es „aufgrund einer unverschuldet verspäteten Anreise“ nicht, wie der Deutsche Basketballbund (DBB) zunächst mitteilte. Der wichtigste Mann ein Opfer des Staus am Mittleren Ring? Nicht ganz, wie sich herausstellte: Bei ihm waren just im Moment der Abreise zum DBB-Treffpunkt Dopingkontrolleure aufgetaucht, wie er selbst via Instagram offenbarte. Kann man nichts machen. Aber auch so hatte der Verband eine Delegation auf ein Podium beordert, die schon fast als Startformation für die Europameisterschaft in diesem Spätsommer (27.8. bis 14.9.) gelten konnte. Das Flair aus der US-Profiliga NBA verströmte Franz Wagner, dazu gesellte sich mit Johannes Voigtmann der Co-Kapitän des DBB-Teams – und schließlich fand sich auch 2,02-Meter-Mann Alex Mumbru zu diesem Gesprächstermin ein.

Mumbru? Wer bei diesem Namen erst mal Chat-GPT konsultiert, dürfte nicht allein sein, der 46-Jährige ist ein Fall für Aficionados. So gesehen diente dieser Aufgalopp auch als Realitätscheck: Der Bundestrainer heißt längst nicht mehr Gordon Herbert. Dessen Stelle hat vor knapp einem Jahr der Spanier Mumbru übernommen, er leitet damit jene Mannschaft an, die immer noch Weltmeister ist. Und wenn Weltmeister in die EM-Vorbereitung starten, kann es eigentlich nur ein Ziel geben: den Titel des Europameisters, den Deutschland zuletzt 1993 gewann, bezeichnenderweise in der Münchner Olympiahalle gleich ums Eck. Der damalige Triumph galt im Vorfeld als so wahrscheinlich wie jener von Otto Rehhagels Griechen im Fußball – im Gegensatz zu heute. Da firmieren die langen DBB-Kerle ja zudem als EM-Dritter.