PfadnavigationHomeRegionalesHamburgVereinigung CockpitPiloten wollen Bundeswehr-Dienstleister bestreikenVeröffentlicht am 01.08.2025Lesedauer: 2 MinutenDie Vereinigung Cockpit will einen Tarifvertrag bei einem zivilen Dienstleister der Bundeswehr erzwingen.Quelle: Uwe Anspach/dpaMeist sind Passagiere die Leidtragenden von Pilotenstreiks. Doch dieses Mal zielt die Vereinigung Cockpit auf einen Betrieb von militärischer Bedeutung.Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für Mittwoch einen Streik beim Bundeswehr-Dienstleister GFD GmbH angekündigt. Aufgerufen ist das fliegende Personal des zivilen Unternehmens mit Sitz in Rendsburg (Schleswig-Holstein), zwischen 5 und 17 Uhr sämtliche Flüge sowie Simulatortrainings auszusetzen. Ziel des Arbeitskampfes ist der erstmalige Abschluss eines Vergütungstarifvertrags, den die GFD bislang verweigert habe, wie die VC mitteilt.Die GFD – Gesellschaft für Flugzieldarstellung – ist ein Tochterunternehmen von Airbus Defence and Space und betreibt derzeit eine Flotte von 18 Learjets. Diese kommen bei Trainingsflügen für die Bundeswehr zum Einsatz, insbesondere zur Darstellung von Luftzielen bei Manövern mit Kampfjets. Auch Simulatortrainings gehören zum Portfolio des Unternehmens und sind vom Streik betroffen.Ein Sprecher der GFD erklärte, man nehme die Ankündigung der Gewerkschaft „mit professioneller Gelassenheit“ zur Kenntnis. Zu innerbetrieblichen oder sicherheitspolitischen Fragen äußerte sich das Unternehmen nicht. Die GFD betont jedoch, dass man weiterhin gesprächsbereit sei.Die VC kritisiert, dass trotz mehrerer Gesprächsrunden bislang keine Einigung erzielt werden konnte. Die Gewerkschaft fordert eine transparente und faire Vergütungsstruktur, die der besonderen Verantwortung und Belastung des fliegenden Personals Rechnung trägt. Der Streik sei ein „notwendiges Signal“, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen.Ob und in welchem Umfang der Streik Auswirkungen auf die Übungsflüge der Bundeswehr haben wird, ist derzeit unklar. Beobachter sehen den Arbeitskampf auch als Testfall für die gewerkschaftliche Organisation in spezialisierten Tochterfirmen großer Rüstungskonzerne – was auch Einfluss auf die Nachrüstungsbestrebungen der Bundesregierung haben könnte.jlau