Das Verhältnis der Nicht-ganz-so-Reichen und Nicht-ganz-so-Schönen zu den Reichen und Schönen zeichnet sich durch Ambivalenz aus. Auf der einen Seite stellen diese Hochglanzfiguren eine Projektionsfläche für die Durchschnittsträume der Durchschnittsmenschen dar: Die bewunderten Figuren besitzen Immobilien, Automobile, Yachten und anderen Statuszierrat, der von ihrem Reichtum kündet und ihre Schönheit unterstreicht. Diese Menschen werden bewundert, angehimmelt und begehrt. Dann ist da die andere Seite: Die Reichen und die Schönen gelten außerdem als Feindbild, als gewissenlose Bonzen und Kapitalisten, deren Wohlstand obszön sei, deren Immobilienbesitz enteignet und deren Vermögen besteuert werden sollte. Mal so, mal anders, es lässt sich nicht zuverlässig sagen, welche Reaktionen die Privilegierten bei den weniger Wohlhabenden auslösen.
Letzteres gilt auch für den Zusammenhang zwischen ökonomischer Ungleichheit in einer Gesellschaft und dem durchschnittlichen Wohlbefinden der Bevölkerung. Die Studienlage dazu ist ambivalent: Manche Analysen legen nahe, dass ökonomische Ungleichheit das Wohlbefinden reduziert, andere Publikationen finden keinen oder sogar den gegenteiligen Zusammenhang.






