PfadnavigationHomePanoramaSchlager-StarIkke Hüftgold beschwert sich über „Doppelmoral“ und Mini-Gagen beim „Fernsehgarten“ – ZDF reagiertVeröffentlicht am 28.07.2025Lesedauer: 3 MinutenIkke Hüftgold bei einem Auftritt im Bierkönig im Jahre 2025Quelle: picture alliance/Thomas ReinerIn einem Interview rechnet der Schlagersänger Ikke Hüftgold mit dem ZDF-„Fernsehgarten“ ab. Er spricht von „Doppelmoral“, beklagt Zensur und kritisiert niedrige Gagen. Das ZDF reagiert – und verweist auf die Vorgeschichte des Konflikts.Der Schlager-Star Ikke Hüftgold holt anlässlich der Mallorca-Ausgabe des „Fernsehgarten“ zum Rundumschlag gegen das ZDF aus. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal „t-online“ kritisierte er Zensur, Doppelmoral und niedrige Gagen bei dem beliebten Format.„Die Sendung hat leider gar nichts mit der Realität zu tun“, sagte Hüftgold, der eigentlich Matthias Distel heißt und aus dem hessischen Limburg stammt: „Den Künstlern werden die Mikrofone stumm geschaltet, die Musik kommt vom Band, aber das Allerschlimmste ist die Zensur unserer Texte. Die richtig erfolgreichen Songs finden entweder nicht statt oder müssen auf Druck der Redaktion umgeschrieben werden.“ Obwohl er das Sendekonzept eigentlich gut finde, habe er sich vor „drei Jahren dafür entschieden, dieses Affentheater nicht mehr mitzumachen“. Er benutzte auch das Wort „Schmierentheater“.Besonders sauer stoßen dem Sänger die Gagen auf. „Wo andere Gäste aus anderen Genres mehrere Tausend Euro bekommen, erhält ein Partyschlager-Act eine Aufwandsentschädigung von 750 Euro. Dafür muss man mit seinem Team samstags schon auf eigene Kosten zur Probe anreisen und sonntags wieder zur Show“, kritisierte Ikke Hüftgold. Viele Künstler würden Minus machen.Er warf dem Sender „Doppelmoral“ vor, weil Publikum und Künstler „wie Vollidioten“ behandelt würden, obwohl die Mallorca-Ausgabe die höchsten „Fernsehgarten“-Quoten des Jahres einfahren würde. Beispielsweise werde kein Alkohol ausgeschenkt – in den Augen des Sängers, weil den Besuchern asoziales Verhalten unterstellt würde. Zumindest für Moderatorin Andrea Kiewel hatte er positive Worte übrig. Sie sei das Beste, was der „Fernsehgarten“ zu bieten habe.Lesen Sie auchDas ZDF reagierte am Sonntag auf dpa-Anfrage zu diesen Vorwürfen: „Im ‚Fernsehgarten‘ gibt es durchaus Auftritte mit Halbplayback oder komplett live. Da diese aber mit einem höheren Zeit- und Probenaufwand sowie technischen Anforderungen verbunden sind, wird in der Regel auf Vollplayback zurückgegriffen. Dies entspricht mehrheitlich auch den Wünschen der Künstlerinnen und Künstler, Managements und Plattenfirmen.“Zu den Zensur-Vorwürfen bei den Texten hieß es vom ZDF: „Textänderungen für angebotene Titel werden vom ZDF grundsätzlich nicht eingefordert. In der Vergangenheit entschied sich die ‚Fernsehgarten‘-Redaktion, in Fällen, in denen es verschiedene Textvarianten von Titeln gab, für die Variante, die besser zum Format passte.“ Vorgeschichte zwischen ZDF und Ikke HüftgoldMit Blick auf die Auswahl der Titel schrieb der Sender: „Künstlerinnen und Künstler bieten der Musikredaktion häufig mehr als einen möglichen Titel für den Auftritt in der Sendung an. Mit dem final von der Redaktion ausgewählten Titel wollte Ikke Hüftgold im Jahr 2023 jedoch nicht auftreten.“Damals wurde Ikke Hüftgold für einen Auftritt mit dem Song angefragt, den er später auch beim ESC performte. Der Sänger vermutete damals, dass seine Ballermann-Songs dem Sender nicht ins Konzept gepasst hätten. „Meine wahren Hits, also die echten Party-Songs, sind dem ZDF wahrscheinlich zu hart, weil die Sendung mittags ausgestrahlt wird, wo ‚Bumsbar‘ nicht zum Sonntagsbraten passt“, sagte er 2023 der „Bild“-Zeitung.Auf der Gästeliste vom „Fernsehgarten“ am Sonntag standen Musik-Acts wie Mickie Krause, Vincent Gross & Olaf der Flipper, Jürgen Milski, Malle Anja X Marc Eggers. Das Musiker-Duo Die Atzen sagte „krankheitsbedingt“ kurz zuvor ab, wie es Samstagnachmittag auf Instagram geheißen hatte.lay mit dpa