Der frühere Links- und spätere Rechtsextremist Horst Mahler ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das sagte Rechtsanwalt Jan Dollwetzel, der Mahler zuletzt in einem Prozess 2023 vertreten hatte, der Deutschen Presse-Agentur. Mahler sei am Sonntagnachmittag in Berlin in einem Krankenhaus gestorben. Zuvor hatte bereits die rechtsextreme Partei Die Heimat (früher NPD) seinen Tod bekanntgegeben.

Mahler engagierte sich in den 1960er-Jahren in der westdeutschen Studentenbewegung und vertrat unter anderem deren Wortführer Rudi Dutschke als Anwalt. Anfang der 1970er-Jahre gründete Mahler zusammen mit Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof die linksextremistische Rote Armee Fraktion (RAF), die zahlreiche Banküberfälle und Anschläge verübte. Während einer zehnjährigen Haftstrafe distanzierte er sich von seiner terroristischen Vergangenheit in der RAF. Seine vorzeitige Haftentlassung und Wiederzulassung als Anwalt verdankte er auch seinem damaligen Anwalt, dem späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder.

In den 1990er-Jahren wandte sich Mahler dem Rechtsextremismus zu, vertrat antisemitische und nationalistische Ansichten. Anfang des neuen Jahrtausends wurde er für einige Jahre Mitglied der NPD und vertrat die Partei im ersten Verbotsverfahren gegen sie vor dem Bundesverfassungsgericht.