PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFranziska Brantner„Nicht bereit, Verantwortung im Bund zu übernehmen“ – Grünen-Chefin distanziert sich von LinkenVeröffentlicht am 27.07.2025Lesedauer: 2 MinutenFranziska BrantnerQuelle: Katharina Kausche/dpaDie Grünen wollen „machen, nicht motzen“, sagt die Parteivorsitzende Franziska Brantner und geht damit auf Distanz zu den Linken. Die Partei müsse sich so positionieren, dass sie auch Stimmen aus anderen Lagern abwerben könne.Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner warnt ihre Partei vor Hoffnungen auf eine künftige Mehrheit mit SPD und der Linken im Bundestag. „Zusammen haben wir aktuell ein Drittel der Stimmen, da muss man momentan nicht über eine rot-rot-grüne Mehrheit philosophieren“, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“.Auch inhaltlich geht Brantner auf Distanz zur Linken. Die sei „noch immer nicht bereit, Verantwortung im Bund zu übernehmen“. Die Grünen dagegen wollten „machen, nicht motzen“.Brantner plädiert stattdessen dafür, die Grünen so zu positionieren, dass sie auch Stimmen aus anderen Lagern abwerben können. Ziel der Partei müsse es sein, „so stark wie möglich zu werden für Klimaschutz, Gerechtigkeit und ein starkes Europa und dafür auch in andere Lager auszugreifen“, sagt Brantner und deutet damit an, auch der Union stärker Stimmen abwerben zu wollen.Lesen Sie auchDabei sollten die Grünen selbstbewusst auftreten und Feindseligkeiten „hörbar widersprechen“. Von ihrer eigenen Partei fordert sie, dorthin zu gehen, „wo nicht nur Leute sind, die wir ohnehin erreichen. Deshalb müssen wir alle raus, von den Bundestagsabgeordneten bis zum Kreisverband“. Die Grünen sollten sich öffnen und mit „denjenigen, die andere Gedanken halten, noch mal ins Gespräch gehen. Wenn wir Demokraten uns alle in bequeme Rückzugsräume zurückziehen, dürfen wir uns nicht darüber beschweren, dass die Gesellschaft auseinanderfällt“.Im jüngsten ZDF-„Politbarometer“ (Forschungsgruppe Wahlen) teilten sich mit je elf Prozent die Grünen und Linke Platz vier. Für die Grünen bedeutet das ein Minus von einem Punkt gegenüber dem Vormonat, für die Linken ein Plus von ebenfalls einem Punkt.Auch die Union hat an Zustimmung in der Bevölkerung eingebüßt. CDU und CSU kamen gemeinsam nur noch auf 27 Prozent, was eine Verschlechterung von zwei Prozentpunkten gegenüber der Erhebung Ende Juni ist.Im gleichen Zeitraum verbesserte sich die AfD um zwei Punkte auf 24 Prozent. Für die Partei ist das der beste „Politbarometer“-Wert seit April. Auf Platz drei bleibt die SPD mit unverändert 15 Prozent. Zuletzt hatten sich zwei grüne Kommunalpolitiker in Thüringen sich in einem Brandbrief an ihre Partei gewandt. Die Partei steht in dem Bundesland zurzeit in Umfragen bei 3 Prozent. Die Kommunalpolitiker beklagen Beleidigungen und körperliche Attacken. jm