Endlich tut mal jemand etwas für die oft vernachlässigte Gruppe der Senioren und will für sie ein würdiges Domizil in ansprechender Lage errichten – und dann geht gefühlt halb Landshut auf die Barrikaden und versucht das Vorhaben zu verhindern. „Die armen Alten!“, könnte man jetzt sagen. Aber ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht.

Schon allein, weil „die Alten“, die sich ein Zimmer in dem geplanten und beim Blick auf die Konzeptunterlagen recht exklusiv anmutenden Bauwerk leisten könnten, mutmaßlich so arm gar nicht sein können. Was viele Kritiker in Politik und Bevölkerung aber in erster Linie auf den Plan ruft, ist der Standort. Der ist in ihren Augen mit einer solchen Nutzung nicht kompatibel, das Vorhaben widerspreche im Grundsatz einem vor fünf Jahren gefassten Beschluss des Bausenats der Stadt. Inzwischen wächst der Widerstand, die Angelegenheit hat sich zu einem Politikum ausgewachsen.

Die „Seniorenresidenz zur Insel“ – als solche wurde sie in den Gremien des Stadtrats vorgestellt – soll auf der Mühleninsel in unmittelbarer Nähe zur historischen Landshuter Altstadt entstehen. Einem malerischen Fleckchen, das mit dem „Gasthaus zur Insel“ samt zugehörigem Biergarten jahrzehntelang gastronomisch genutzt wurde. Und für das der Bausenat 2020 einstimmig die Aufstellung eines bis heute nicht verwirklichten Bebauungsplans beschlossen hat.