Es gibt da diese Diskrepanzen, sie scheinen immer wieder auf an diesem Samstag im Kulturzentrum Trudering. Zum Beispiel diese: Wenn man die Menschen in München frage, wer diese Stadt regiert, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter, dann sei die Antwort in 60 Prozent der Fälle: die SPD. Und das, „obwohl wir nicht mehr die stärkste, auch nicht die zweitstärkste Fraktion sind“.
Seit fünf Jahren müssen sich die Sozialdemokraten mit Platz drei im Stadtrat begnügen. Dass die Antwort oft trotzdem so ausfällt wie oben zitiert, das, so der OB, liege daran, „dass wir Verantwortung übernehmen“. Und dieses „wir“, so viel lässt sich immer wieder heraushören, könnte man auch übersetzen mit „ich“. Ja, sagt Reiter an anderer Stelle, man sei nur noch die drittstärkste Kraft – „aber einer muss es ja machen“. Das Kommunalwahlprogramm, das am Ende des Tages beschlossen wird, haben indes viele gemeinsam gemacht, es ist das Ergebnis eines monatelangen Beteiligungsprozesses.
Für den Oberbürgermeister hat dieser Ort eine besondere Bedeutung. Hier in Trudering hat seine Partei den damaligen Wirtschaftsreferenten am 12. Dezember 2011 zum OB-Kandidaten gekürt. Nervös sei er gewesen, erinnert sich Reiter, und dass ihm kurz vor seiner Rede sein Manuskript mit 30 bis 40 Seiten zu Boden gefallen sei, habe nicht gerade geholfen.






