Die sogenannten „Train-Surfer“, die seit geraumer Zeit auf der Bahnstrecke zwischen München und Augsburg die Bundespolizei beschäftigen, sind offenbar gefasst worden. Am frühen Sonntagmorgen nahm die Bundespolizei nach einer weiteren lebensgefährlichen Mitfahrt bei Mammendorf im Landkreis Fürstenfeldbruck einen 15-Jährigen fest. Ein weiterer „Surfer“ konnte identifiziert werden. Beide Burschen stammen aus Augsburg und dürfen sich auf saftige Strafen gefasst machen.

Der Festnahme des 15-Jährigen waren abenteuerliche Szenen vorausgegangen: Kurz nach Mitternacht hatte eine Zeugin der Polizei gemeldet, dass sich am Pasinger Bahnhof zwei Menschen auf eine Kupplung des ICE 618 gestellt hätten und mit dem nach Kiel verkehrenden Schnellzug mitgefahren seien – sich außen am Zug festhaltend. Diese Beobachtung verifizierten Videoaufzeichnungen von Bahnhofskameras.

Der ICE wurde in Mammendorf angehalten, wo einer der beiden „Train-Surfer“ nach Aussagen des Lokführers über die Gleise und dann auf einem gestohlenen Fahrrad ins Gemeindegebiet flüchtete. Er wurde nach einer Fahndung durch mehrere Streifen von Landes- und Bundespolizei gestellt.

Weil von dem zweiten Burschen zunächst jede Spur fehlte und nicht auszuschließen war, dass er vom ICE stürzte, wurden zur Absuche der Strecke Polizei-Hubschrauber angefordert, die aber wegen des schlechten Wetters nicht starten konnten. Drohnen der Feuerwehr, die stattdessen helfen sollten, blieben dann ebenfalls am Boden, weil kurz vor Beginn der Suche die Mitteilung kam, dass der zweite Bursche identifiziert worden ist. Auch er hatte wohl in Mammendorf den ICE verlassen und war geflohen. Der 14-Jährige wurde am Sonntagmorgen von Bundespolizisten an seiner Augsburger Wohnanschrift erwartet.