Zwei Klicks auf einen weißen Pfeil und man gelangt durch das große ehemalige Lagertor. Ein weiterer Klick und man steht auf dem gewaltigen Appellplatz. Drehung nach links ein weiterer Klick und man schreitet durch die von grünen Bäumen gesäumte ehemalige Lagerstraße. Dreht man die Maus in Richtung Himmel, ist es hell und blau, ein sanfter Wolkenschleier. Licht fällt durch die hohen Bäume. Schritt für Schritt gelangt man schnell oder langsam durch das Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau. Der neue digitale 360-Grad-Rundgang „Panoramen der Erinnerung“ ermöglicht Interessierten, sich intuitiv und interaktiv durch das Außengelände der KZ-Gedenkstätte zu bewegen und soll als Zusatzangebot zur Vor- und Nachbereitung eines KZ-Gedenkstätten-Besuchs Hilfestellungen leisten.

Etwa zwei Jahre lang arbeitete das Team um Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, an dem Projekt. Kerstin Schwenke, promovierte Historikerin und Leiterin der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte, erinnert sich an die Anfänge: „Ein 360-Grad-Rundgang war von Beginn an Teil der Planung, aber wir hatten noch keine Vorstellung, in welche Richtung es genau gehen sollte.“ Klar war: Sie wollten sie die technischen Möglichkeiten sinnvoll nutzen und vor allem eine junge Zielgruppe ansprechen. Mit den „Panoramen der Erinnerung“ erweitern die Mitarbeiter das Angebot an digitalen Projekten mit dem Ziel, gleichzeitig hochkomplexe Themen aufzuarbeiten und Menschen niederschwellig anzusprechen und für die Geschichten zu interessieren. „Wir möchten nicht, dass Unwissen als Makel verstanden wird. Jeder soll sich trauen, zu fragen“, erklärt Steng das Konzept.