Mehr als acht Jahrzehnte lang lag ein seltsames Fossil unbeachtet in einer privaten Sammlung – bis es wiederentdeckt wurde und nun das Verständnis der Evolution von Reptilien grundlegend erweitert. Das kleine Reptil, dessen Überreste auf ein Alter von rund 247 Millionen Jahren datiert werden, trug etwas auf dem Rücken, das über die Jahre für Pflanzenreste, eine Fischflosse oder gar einen Insektenflügel gehalten wurde. Heute ist klar: Es war ein aufragender Kamm aus federartigen Hautauswüchsen. Doch Federn im eigentlichen Sinne sind es nicht – und genau das macht die Entdeckung für die Wissenschaft so aufregend.
Der versteinerte Abdruck zeigt deutlich eine Art Kamm.
(Foto: Stephan Spiekman/Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart)
Was da in feinen, überlappenden Lagen vom Rücken des Tiers absteht, erinnert entfernt an Farnblätter: ungeteilte, flache Anhänge, die vordersten über 50 Millimeter lang. Jeder einzelne Anhang besteht aus einem schmalen Stiel, der sich zu einer blattartigen Struktur mit einer feinen Mittelachse erweitert. Sie sind aus der Haut gewachsen, doch kein heute lebendes Tier trägt etwas Vergleichbares. Das Team um Stephan Spiekman vom Naturkundemuseum Stuttgart beschreibt diesen Fund nun in der Fachzeitschrift Nature als ein verschollenes Kapitel der Evolution.








