Es waren durch und durch gruselige Geschichten, die die New York Times jüngst ihren Leserinnen und Lesern erzählte. Von mehreren Fällen wusste die Zeitung zu berichten, in denen Organspenden auf schreckliche Weise schiefgingen. Einmal schnitten Operateure den Brustkorb einer jungen Frau auf und fanden ein noch schlagendes Herz vor. In Kentucky sollten einem Mann Organe entnommen werden, obwohl dieser mit dem Kopf schüttelte, er lebt heute noch. In Miami soll ein Mann bei der Vorbereitung für eine Organspende gar in einen Schlauch gebissen und geweint haben. „Der Druck nach mehr Organtransplantationen setzt Spendern Risiken aus“, titelte die New York Times. Denn nach ihrer Analyse gehen die schrecklichen Vorfälle darauf zurück, dass ein Prinzip der Organspende in den vergangenen Jahren in den USA immer mehr aufgeweicht wurde: Zunehmend werden dort Organe nicht mehr nur von hirntoten Spendern genommen, sondern auch von herztoten.