PfadnavigationHomePolitikDeutschlandZollstreitMerz und Macron drohen USA mit Maßnahmen – und wollen ihren Rüstungsstreit schnell lösenVeröffentlicht am 23.07.2025Lesedauer: 2 MinutenIm Zollstreit mit den USA zeigten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Macron bei Ihrem Treffen entschlossen, mit Gegenmaßnahmen auf mögliche US-Zölle zu reagieren.Eine Woche bleibt der EU noch, um den Zollstreit mit den USA zu lösen. Emmanuel Macron und Friedrich Merz zeigten sich nun bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sollte es zu keiner Einigung kommt. Sie bekräftigten ebenfalls, den Streit um ein gemeinsames Rüstungsprojekt schnell lösen zu wollen.Im Zollstreit mit den USA zeigten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Macron bei Ihrem Treffen entschlossen, mit Gegenmaßnahmen auf mögliche US-Zölle zu reagieren. „Die beiden Seiten sind sich einig, dass sie sich weitere handelspolitische Instrumente vorbehalten sollten, sollten die Verhandlungen nicht zu einem Erfolg führen“, sagte Kornelius. Man sei auch bereit, „neue Maßnahmen zu entwickeln“.Die USA wollen zum 1. August Zölle von 30 Prozent auf EU-Waren erheben. Derzeit laufen Verhandlungen mit der EU, um das mit einem Handelsdeal noch zu verhindern. Vor dem Treffen hatte Merz noch angedeutet, dass es zu einer schnellen Einigung kommen könnte. Man werde unter anderem über die „aktuelle Handelspolitik“ beraten, „zu der wir in diesen Minuten hören, dass es möglicherweise Entscheidungen geben könnte“, sagte er. Davon war nach dem Treffen keine Rede mehr. Lesen Sie auchUS-Präsident Trump hat seinerseits kurz nach dem Treffen die Senkung der angedrohten Zölle auf die Einfuhr europäischer Produkte in Aussicht gestellt – wenn die Europäische Union ihren Markt stärker für die USA öffnet. Der Republikaner sagte auf einem KI-Event über die noch laufenden Verhandlungen: „Wenn sie zustimmen, die Union für amerikanische Unternehmen zu öffnen, dann werden wir einen niedrigeren Zoll erheben.“ Man sei in ernsthaften Verhandlungen.Merz und Macron wollen Rüstungsstreit schnell lösenBei ihrem Treffen bekräftigten Merz und Macron auch, den Streit über die gemeinsame Entwicklung des Luftkampfsystems FCAS bis Ende August beilegen zu wollen. Beide beauftragten ihre Verteidigungsminister damit, bis dahin „eine realistische Perspektive über die weitere Zusammenarbeit im FCAS-Konsortium zu evaluieren und Vorschläge für die Beilegung bestehender Konflikte zu unterbreiten“, wie der deutsche Regierungssprecher Stefan Kornelius nach den mehr als dreistündigen Beratungen bei einem Abendessen in der Villa Borsig am Tegeler See mitteilte. Die deutsche Erwartung sei, dass sich das französische Unternehmen Dassault „an die bestehenden Vereinbarungen hält“. Danach sollen Dassault, Airbus Deutschland und das spanische Unternehmen Indra jeweils zu einem Drittel an dem Projekt beteiligt werden. Berichten zufolge strebt Dassault nun aber 80 Prozent an, was für Deutschland nicht infrage kommt.Am 28. und 29. August findet eine gemeinsame Kabinettssitzung der beiden Regierungen im südfranzösischen Toulon statt. Bis dann soll der Streit beigelegt sein. Das Luftkampfsystem FCAS soll von 2040 an einsatzfähig sein und den Kampfjet Eurofighter ablösen. Es soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Die Gesamtkosten von FCAS werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt.dpa/Reuters/gub/pfi