Herbert Kapfer ist ein brillanter Wirrkopf, die Wirklichkeit verpackt er in eine Welt bekannter und unbekannter Bücher, meist sind die Autorinnen und ­Autoren längst tot, viele ihrer Werke längst vergriffen. Aber Kapfer spürt sie auf, erweckt sie zu neuem Leben und verknüpft Vergangenheit und Gegenwart in einem collageartigen Kosmos zu einem feingesponnenen Konstrukt der Ideengeschichte. So sind seine großen Veröffentlichungen „1919. Fiktion“ und „Utop“ gebaut. Und nun hat er einen veritablen Roman vorgelegt, der eine Geschichte mit Handlung erzählt: „Der Planet diskreter Liebe“. Der Autor ist persönlich anwesend, nicht nur durch ein Netz von Literaturzitaten präsent.