Dieser Abend war für sie etwas Besonderes: Mit einer großen Choreografie Anfang Juni verabschiedeten die Fans des Zweitliga-Klubs Dessau-Roßlauer HV ihren Trainer. Uwe Jungandreas wurde auf Händen durch die Halle getragen, nach zehn gemeinsamen Jahren. Auch fünf Spieler wurden verabschiedet, es war der Abschluss einer wilden Saison, an deren Ende die Dessauer die Klasse halten konnten. Und dann feierte die Mannschaft mit den Fans, das war am 8. Juni. Doch die Freude hielt nur drei Tage: Da war klar, dass noch gar nichts entschieden, Dessau doch nicht gerettet war, ja: dass sie Wochen später noch einmal gegen den Abstieg spielen müssen, nach einer Entscheidung des Bundesgerichts vom Deutschen Handballbund (DHB).

Am Sonntag reisen die Dessauer tatsächlich zu Tusem Essen, hinter ihnen liegen Wochen des Unverständnisses und des Grolls. Sie mussten Spieler und Betreuer aus dem Urlaub zurückholen, sofern das möglich war. Wer als Trainer an der Seitenlinie stehen wird, ist nicht bekannt. Reden möchten die Dessauer darüber nicht, es geht nun noch einmal um alles. Und das nicht nur für sie: Auch der eigentlich bereits abgestiegene ASV Hamm-Westfalen schaut mit Spannung auf die Partie.

HC Erlangen