PfadnavigationHomekmpktMehr Schein als SeinPretty Privilege? Nicht überall ist Schönheit von VorteilVeröffentlicht am 27.06.2025Lesedauer: 3 MinutenWer dem klassischen Schönheitsideal entspricht, hat es leichter im Leben? Kommt darauf an, wo du lebstQuelle: Getty Images/Morsa ImagesSchönheit liegt sprichwörtlich im Auge des Betrachters. Allerdings gibt es ein gewisses Ideal – und wer dem entspricht, hat es im Alltag oft leichter. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie zwei Ökonomen nun herausgefunden haben.Wer normschön ist, hat es in vielen Bereichen des Lebens leichter: Menschen sind freundlicher, man findet einfacher Klamotten, bekommt eher einen Job, weil man vielleicht einen Tick sympathischer wirkt oder als kompetenter erachtet wird und findet wohl auch eher einen Partner. Als „Pretty Privilege“, also Schönheits-Privileg, wird dieses Phänomen auch bezeichnet. Das erscheint einleuchtend und doch: Das „Pretty Privilege“ greift nicht überall, wie zwei Ökonomen der Universität Mannheim und der ETH Zürich in einer internationalen Studie herausgefunden haben. Je nach Kulturraum wird Attraktivität anders bewertet und wahrgenommen – mit unterschiedlichen Folgen für unter anderem gesellschaftliche Anerkennung oder beruflichen Erfolg. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin „Scientific Reports“. Aber zunächst wollen wir gerne von dir wissen: Pretty Privilege: Die Schönheitsprämie ist Auslegungssache Um herauszufinden, wie verbreitet die Vorteile für gemeinhin als schön gesehene Menschen je nach Kulturraum sind, analysierten die beiden Wirtschaftswissenschaftler einen Textpool in insgesamt 68 Sprachen, der verschiedene Kulturen repräsentieren soll. Dabei wurde vor allem untersucht, wie eng die Begriffe „schön“ oder „hübsch“ mit positiven Eigenschaften wie „erfolgreich“ verknüpft sind. Dabei zeigte sich: Die Assoziationen variieren je nach Kulturraum. Lesen Sie auch „Unsere Methode erlaubt es erstmals, kulturelle Muster in der Wahrnehmung von Schönheit automatisiert und vergleichend zu erfassen“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Wladislaw Mill, Juniorprofessor für VWL und Verhaltensökonomik an der Universität Mannheim in einer Pressemitteilung. Insbesondere in westeuropäischen Ländern wird Schönheit auch mit Stärke und Kompetenz verknüpft. Schöne Menschen wurden häufig auch als intelligenter und vertrauenswürdiger wahrgenommen, wie die Sprachmodelle der Texte aus Frankreich, Finnland oder Italien zeigten. Aber auch im ostafrikanischen Somalia werden schöne Menschen häufiger automatisch mit Erfolg und dem Willen zur Leistung verknüpft. Besser nicht zu hübsch: In Osteuropa und Teilen Asiens ist man skeptisch Ganz anders sieht die Sache jedoch in vielen osteuropäischen sowie asiatischen Ländern aus. Dort wird jemand, der besonders schön ist, nicht als besonders erfolgreich wahrgenommen. Vielmehr vertritt man etwa in Rumänien oder Vietnam häufiger die Meinung, dass hübsche Menschen eher inkompetent sind und häufiger versagen. Auch das Misstrauen gegenüber schönen Personen ist größer. Über die Gründe für diese unterschiedlichen Ansichten gibt die Studie keine Auskunft. Jedoch vermuten die Studienautoren, dass Schönheit in den Kulturen, wo sie mit positiven Eigenschaften besetzt ist, eher mit evolutionären Vorteilen verbunden sein könnte. Bisherige Forschung legt nahe, dass Schönheit oft als Zeichen von Gesundheit gilt – und daher attraktivere Menschen tendenziell bessere Überlebens- und Fortpflanzungschancen haben. Die Studienautoren merken an, dass ihre Studie gewisse Schwächen aufweist, da sie nur untersucht hat, inwiefern Schönheit im Sprachgebrauch mit gewissen Eigenschaften assoziiert wird. Darüber, ob und wie diese Zuschreibungen auch im realen Alltag Anwendung finden, gibt die Methodik keinerlei Auskunft. Dennoch zeige sie, so die Forscher, dass die Wahrnehmung von Schönheit ein unterschätzter Faktor in gesellschaftlichen Machtstrukturen sein kann. Wie sieht es bei dir aus: Hast du schon einmal die Erfahrung machen müssen, dass du oder andere aufgrund von Attraktivitätsmerkmalen bevorzugt oder benachteiligt wurden? Schreibe gerne einen Kommentar.