PfadnavigationHomePanorama„Maybrit Illner“„Ich glaube, die Gefahr ist größer geworden durch das Bombardement“, sagt van AkenVon Dominik LippeRedakteur Nachrichten und GesellschaftVeröffentlicht am 27.06.2025Lesedauer: 4 MinutenJan van Aken, Maybrit Illner, Alfons Mais, Johann Wadephul und Florence Gaub im ZDFQuelle: Jule Roehr / ZDFNach dem Nato-Gipfel wird bei „Maybrit Illner“ die Leistung von Mark Rutte gelobt. Die Meinungen über den Erfolg der US-Angriffe auf die iranischen Atomanlagen sind hingegen geteilt. „Ob er notwendig war, kann ich natürlich abschließend nicht einschätzen“, sagte Außenminister Wadephul.Die Vereinigten Staaten bleiben vorerst an Bord. Während die Mitglieder des Nordatlantikpakts beim Gipfel in Den Haag vereinbarten, künftig fünf Prozent ihres BIPs in die Verteidigung zu investieren, bekannte sich selbst der sonst Nato-kritische Donald Trump zur Beistandspflicht. Nicht zuletzt dürfte es das Verdienst des Nato-Generalsekretärs Mark Rutte sein, der den US-Präsidenten in den vergangenen Tagen mit etlichen Lobhudeleien bedacht hatte. „Um den Westen zu retten, kann man schonmal jemanden in den Arsch kriechen, oder?“, fragte Welt-Journalist Robin Alexander dazu rhetorisch im Podcast „Machtwechsel“.Am Donnerstagabend blickte Maybrit Illner auf die Ergebnisse des Nato-Gipfels. „Krieg oder Frieden – Sicherheit nur mit den USA?“, fragte sie Bundesaußenminister Johann Wadephul, Linken-Politiker Jan van Aken, US-Generalleutnant a.D. Ben Hodges, den Inspekteur des Heeres, Alfons Mais, sowie Florence Gaub, Forschungsdirektorin der Nato-Militärakademie. Letztere nahm den Generalsekretär vor Kritik in Schutz. Entscheidend seien dessen erzielte Ergebnisse. „Ja, man kann lachen über Mark Rutte und dass er sich quasi demütigt“, führte die Politikwissenschaftlerin aus, „aber er macht das für uns.“ Eine ähnliche Richtung schlug Johann Wadephul ein. „Es ist eine gute Nachricht für ganz Europa, dass dieser Gipfel ein Erfolg war“, urteilte der CDU-Politiker. Rutte habe diesen „hervorragend vorbereitet“ und damit dazu beigetragen, dass „weitreichende Beschlüsse“ gefasst worden seien. Die Nato-Mitglieder hätten sich zur Beistandspflicht bekannt, das Ausgabenziel auf fünf Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts festgelegt und vor allem Einigkeit gezeigt. „Das ist das Entscheidende, was erreicht worden ist“, unterstrich der Bundesaußenminister, „und das hat Mark Rutte herbeigeführt.“Lesen Sie auchDeutlich geringer fiel Wadephuls Enthusiasmus aus, als es um den US-Angriff auf die Atomanlagen des Irans ging. „Ob er notwendig war, kann ich natürlich abschließend nicht einschätzen“, sagte er. Die US-Amerikaner verfügten „möglicherweise“ über nachrichtendienstliche Erkenntnisse, die ihm fehlten. Bestätigt fühlte er sich unterdessen in seiner Prognose, dass die USA es vermeiden würden, in einen „langfristigen Krieg“ einzutreten. „Das tun sie ja auch nicht“, erklärte er knapp aus einer Beobachterperspektive und appellierte dazu, eine Verhandlungslösung zu suchen. „Das verfolgen wir weiter. Und da werden wir auch dranbleiben.“„Das nennt man auch ‚Muscle Flexing‘“Doch wie erfolgreich waren die Angriffe der Vereinigten Staaten? „Das wissen wir eben nicht genau“, sagte der aus London zugeschaltete Ben Hodges. Auch wegen der politisierten Ergebnisse der Nachrichtendienste brauche es nun Zeit, diese auszuwerten. Bei Alfons Mais überwog dagegen die Bewunderung für den Schlag. „In der passiven Perzeption können wir sagen, wir haben hier militärische Fähigkeiten gesehen, über die nur die USA verfügen“, beschrieb der Generalleutnant die „Machtdemonstration“. Florence Gaub drückte es noch eine Spur flapsiger aus. „Das nennt man auch ‚Muscle Flexing‘“.Lesen Sie auchJan van Aken sah keinerlei Erfolg in den militärischen Schlägen auf die Urananreicherungsanlagen. Weder die Internationale Atomenergiebehörde noch die US-Geheimdienste hätten die Wiederaufnahme des 2003 unterbrochenen Atomwaffenprogramms im Iran festgestellt. Vor allem die Kontrolleure lieferten Sicherheit. „Ich glaube, die Gefahr ist größer geworden durch das Bombardement. Und ich hoffe, dass Herr Wadephul Erfolg hat mit den Verhandlungen, weil sonst sieht’s düster aus.“ Über die Fürsprache des Linken-Politikers zeigte sich der Außenminister erfreut. „Politische Unterstützung für Verhandlungen ist immer gut.“Lesen Sie auchWeniger deutlich schien zuletzt die Einigkeit zwischen dem Bundesaußenminister und Friedrich Merz zu sein. Es herrsche eine „vollständige Übereinstimmung“ zwischen ihm und dem Bundeskanzler, versicherte Wadephul nun, nachdem Illner mit einem Einspieler die offensichtliche Unstimmigkeit verdeutlicht hatte. „Da werden Unterschiede hineingeheimnist, die es nicht gibt.“ Ob es ihn beunruhige, dass die SPD oder Linke wie van Aken ihn für seine Position loben, während die Zustimmung unter seinen „Partei-Freunden“ weniger deutlich ausfalle? „Mache ich einen unruhigen Eindruck?“, fragte er mit gespieltem Gleichmut.Gaub sprang ihm zu Hilfe. „Da sind Sie, glaube ich, ein bisschen unfair Herrn Wadephul gegenüber.“ In Wahrheit existiere spätestens seit 2022 ein überparteilicher Konsens, der sich fortsetze. „Alle“ seien etwa der Meinung, dass Deutschland mehr in die Verteidigung investieren müsse. Die nun festgelegten Ausgaben in Höhe von fünf Prozent des BIPs müssten als „Versicherung“ statt als „Spending Bonanza“ betrachtet werden. „Wir können uns nichts von dem, was heute das Leben lebenswert macht, leisten, wenn wir einen groß angelegten Krieg in Europa haben“, warnte sie. „Dann sind alle Lebensentwürfe für die Tonne.“Dominik Lippe berichtet für WELT regelmäßig über die abendlichen Polit-Talkshows. Der studierte Biologe ist Absolvent der Axel Springer FreeTech Academy.
„Maybrit Illner“: „Ich glaube, die Gefahr ist größer geworden durch das Bombardement“, sagt van Aken - WELT
Nach dem Nato-Gipfel wird bei „Maybrit Illner“ die Leistung von Mark Rutte gelobt. Die Meinungen über den Erfolg der US-Angriffe auf die iranischen Atomanlagen sind hingegen geteilt. „Ob er notwendig war, kann ich natürlich abschließend nicht einschätzen“, sagte Außenminister Wadephul.







